Rheinland-Pfalz Keine „Blow ups“ auf Autobahnen in Rheinland-Pfalz
Die Hitze der vergangenen Tage hat die Betonfahrbahn einer baden-württembergischen Autobahn aufplatzen lassen. Potenziell gefährdete Strecken in Rheinland-Pfalz hingegen blieben von solchen „Blow ups“ verschont, berichtet der Landesbetrieb Mobilität. Die Straßenbaubehörde meint: Es gibt dafür auch einen Grund.
Zwei Spuren gesperrt
Einen halben Meter hoch war der Schutthügel, der sich quer über die Fahrbahn zog: Eine Betonplatte der niederbayerischen A94 hatte sich in der Juni-Hitze des Jahres 2013 aufgewölbt und war zerbrochen. Einen Motorradfahrer kostete dieser „Blow up“ das Leben: Er stürzte und starb noch an der Unfallstelle. In den vergangenen Tagen haben die hohen Temperaturen erneut eine Fahrbahn bersten lassen. In Höhe der Rastanlage Hockenheim im Rhein-Neckar-Kreis wurden am Dienstagnachmittag deshalb zwei Spuren gesperrt.
Tempolimit in Baden-Württemberg
Allerdings hatten die Behörden in Baden-Württemberg wegen der drohenden Gefahr schon zuvor ein 80-Stundenkilometer-Tempolimit für alle Abschnitte verhängt, die als anfällig gelten. Betroffen sind ältere Betonfahrbahnen. Mittlerweile werden bei dieser Bauweise Platten verwendet, die knapp 30 Zentimeter dick sind. Sie gelten als bruchsicher. Bis vor etwa 30 Jahren allerdings ließen die Planer dünnere Fahrbahn-Elemente verlegen. Die können aufplatzen, wenn sie sich in der Hitze ausdehnen und dann gegeneinanderdrücken.
Alte Mager-Platten auch in der Pfalz
Über die alten Mager-Platten rollt der Verkehr in Baden-Württemberg nach Behördenangaben beispielsweise noch auf der A6 zwischen dem Kreuz Walldorf und der Abfahrt Heidelberg-Schwetzingen und sowie auf der A5 zwischen dem Kreuz Walldorf und Hockenheim. Aber auch in Rheinland-Pfalz gibt es entsprechende Autobahn-Abschnitte, für die Pfalz zum Beispiel führt der Landesbetrieb Mobilität Abschnitte der A63 zwischen Kirchheimbolanden und Winnweiler sowie der A6 zwischen Kaiserslautern und Frankenthal an.
Keine Tempolimits in Rheinland-Pfalz
Auf Tempolimits wegen Hitzewulst-Gefahr hat Rheinland-Pfalz in den vergangenen Tagen aber ebenso verzichtet wie in früheren Jahren. Und tatsächlich sind die Autobahnen auf dieser Rheinseite laut Landesbetrieb in den vergangenen Tagen von „Blow ups“ verschont geblieben. Eine Sprecherin der Straßenbaubehörde führt das vor allem darauf zurück, dass in gefährdete Abschnitte Querstreifen aus Asphalt eingebaut wurden. Sie können die Ausdehnung des Betons abpuffern und so die Gefahr mindern.
Umfassende Sanierungen
Auch Baden-Württemberg arbeitet mittlerweile mit solchen Übergangslösungen, setzt darüber hinaus auf umfassende Sanierungen in den nächsten Jahren. In den vergangenen Tagen ist erst einmal die Fahrbahn bei Hockenheim geflickt worden, am Freitag wurden alle Spuren wieder freigegeben. Und weil die Meteorologen sinkende Temperaturen versprechen, sollen am Sonntag auch die Hitze-Tempolimits aufgehoben werden.