Rheinland-Pfalz K u r i o s – was ist da los?
Sachen gibt’s, die gibt’s nicht. Haben Sie schon mal vor lauter Stress auf einem großen vollen Parkplatz ihr kleines Auto nicht mehr gefunden? Nicht möglich? Oh, doch. Auch an der Tankstelle kann man alles Mögliche vergessen. Zum Beispiel das Bezahlen. Die Polizei kennt solche Hirn-Aussetzer. In ihren Protokollen spricht sie dann weniger von vergesslichen Menschen als von Betrügern. Harter Polizeialltag? Nicht immer. Erst letztens hatten Polizisten in Kaiserslautern etwas zum Schmunzeln und wohl auch die Leser jener Zeilen: „Mann vergisst Auto an Tankstelle“, lautete die Schlagzeile. Unglaublich?! Der Mann, ein Amerikaner, hatte sogar bezahlt. Er war nur danach nicht mehr in seinen Wagen gestiegen, sondern zu Fuß zurück zur Arbeit gelaufen. So, wie er das sonst immer macht nach seinem Mittagssnack von der Tanke. Nur dass diesmal der Firmenwagen etwas Sprit brauchte und er deshalb gleich gefahren war ... Der Mann und seine Geschichte, dachte sich die Redaktion und wollte von ihm selbst die Version dieses Tages hören. Die Lauterer Sprit-Stelle war schnell gefunden. Doch niemand dort hatte seine Telefonnummer. Auch das Personal hatte sowas noch nicht erlebt. Selbst den Mitarbeitern war lange nicht aufgefallen, dass da seit fast drei Stunden ein Wagen eine Zapfsäule blockierte … Die Geschichte klärte sich schnell auf. Dem Mann, der seinen Wagen auf dem Firmenparkplatz wähnte, war das womöglich peinlich. Denn selbst als die Polizei nochmals bei dessen Arbeit anrief und die Bitte der Redaktion nach einem Rückruf übermittelte, meldete sich niemand mit US-amerikanischem Akzent bei der Zeitung. Schade. Denn peinlich muss ihm das Malheur nicht sein. Vergessen wird schließlich alles Mögliche: Gebisse, Kinder in der Hitze im Auto oder ein Hund an der Anhängerkupplung – wie diese Woche in Grünstadt. Kurioses wird gelesen wie verrückt, egal ob auf Facebook oder gedruckt. Schlagworte wie Sex and Crime ziehen immer. Menschen können sich viel häufiger an Schlechtes, Trauriges oder Skurriles erinnern. Im Polizeipräsidium Westpfalz fielen einem Beamten gleich die 50-Euro-Scheine ein, die vor zwei Jahren für Aufsehen sorgten. Ein spendabler Mann hatte in der Lauterer City damals – echtes – Bares verschenkt. Andere Scheine versteckte er in Büschen. 20 Euro klemmten hinter Autoscheibenwischern. Der Unbekannte wurde nie gefunden. Auch eine Ludwigshafener Polizeisprecherin musste für ein Schmankerl nicht lange überlegen: Da war das junge Brautpaar in Oppau, das sich kurz vor der Hochzeit so heftig stritt, dass die 23-Jährige ihrem Zukünftigen eine Flasche Whiskey auf den Kopf schlug. Auslöser war eine Korsage, die sie für das offenbar durch Medikamenteneinnahme zu eng gewordene Brautkleid bestellt hatte. Die Polizisten bewiesen aber all ihr Können und am Ende gestanden sich die Beiden vor den Beamten ihre Liebe. Der Bräutigam hatte das Debakel unbeschadet überstanden. Und wer erinnert sich nicht an die Meldung über die fünfjährige Shopping-Queen in der Stadt am Rhein, die nachts um eins in Windeln, Gummistiefeln und einer Jacke mit Puppenwagen einkaufen gehen wollte. Oder an die vermeintliche Misshandlung einer halbnackten Frau in Neustadt, als ein Lehrer der japanischen Shibari-Wickeltechnik ein Pärchen in der Kunst der erotischen Fesselung unterrichtete. Ein stiller Beobachter am Treppenfenster hatte die Polizei alarmiert. Es gibt aber auch Fälle, bei denen die Polizei wirklich hilflos ist: Dem 34-Jährigen, der mit seiner „Noch-Lebensgefährtin“ Schluss machen wollte, aber nicht wusste wie und deshalb verzweifelt auf der Wache um Rat fragte, konnte die Beamtin nach geduldigem Zureden nur sagen: „Schluss machen müssen Sie aber selbst.“ Sachen gibt’s ... | Simone Schmidt