Rheinland-Pfalz Käse nach Kigali

Die Vorfreude auf die deutsche Weihnacht hat im rheinland-pfälzischen Partnerland Ruanda schon Mitte November begonnen. Für ein Wochenende hat der deutsche Botschafter, Peter Woeste, zum „German Christmas Market“ in die SOS Hermann-Gmeiner Primary School in der Hauptstadt Kigali eingeladen. Bei sommerlichen 25 Grad trank, wer wollte, Glühwein und traf einen im Ganzkörperkostüm steckenden Weihnachtsmann. Dazu spielten Kinder der Green Hills Acadamy School Band „Jingle Bells“. Ein kleiner Film, den Woeste über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreitete, zeigte Stände mit bunten Artefakten – der ruandischen Antwort auf deutschen Weihnachtsschmuck. Beteiligt am Markt waren auch Mitarbeiter der „Jumelage“, des Büros des Partnerschaftsvereins Rheinland-Pfalz-Ruanda in Kigali. Sie unterstützten ruandische Kooperationen als Aussteller, und der stellvertretende Leiter des Büros, Franz Eichinger, steckte höchstselbst im Nikolauskostüm. Das jedenfalls sagt Michael Nieden, Leiter der Geschäftsstelle des Partnerschaftsvereins in Mainz. Ob der „german mulled wine“, der Glühwein, für den Weihnachtsmarkt extra aus Deutschland importiert wurde, ist nicht bekannt. Sicher ist aber, dass das Fest zum Tag der Deutschen Einheit am Vorabend des 3. Oktober in der Residenz von Botschafter Woeste ohne einen deutschen Import um einen Leckerbissen ärmer gewesen wäre. Wissend, dass die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) just über den Feiertag mit einer Delegation Ruanda bereisen würde, bat die Botschaft die Rheinland-Pfälzer, „ein bisschen Käse“ mitzubringen. Es waren zwei Laiber zu je zehn Kilo, die bei Carola Stein, Leiterin der Ruanda-Referats im Mainzer Innenministerium, Tage vor dem Abflug angeliefert wurden. Der Behauptung, Käse stinke, werden Freunde desselben zwar heftig widersprechen, aber doch nicht immer und überall. Carola Steins Familie jedenfalls wartete sehnsüchtig auf den Tag, an dem die Koffer den Keller verlassen würden. „Selbst die Katze wollte da nicht mehr hin“, sagt sie. Den frühmorgendlichen Transfer zum Flughafen musste sie trotz herbstlich kühler Temperaturen mit offenen Autofenstern überstehen. Immerhin: Die Flughafenkontrolle passierte das pikante Gepäck problemlos.