Rheinland-Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Homburger Klinikdirektor: Missbrauch in HNO-Abteilung nicht vorstellbar

Die Klinik für Hals, Nasen, Ohren am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg.
Die Klinik für Hals, Nasen, Ohren am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg. Foto: Moschel

Im Untersuchungsausschuss des Saar-Landtags zu möglichen Fällen von sexuellem Missbrauch an Kindern an der Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Universitätsklinikums (UKS) in Homburg sagte gestern deren Leiter aus.

Er könne sich Missbrauch nicht vorstellen, sagt er, und äußerte Vermutungen, dass Verletzungen möglicherweise durch eine falsche Verabreichungen von Zäpfchen verursacht wurden. Neben dem Verdacht, dass ein mittlerweile verstorbener Arzt der Uni-Klinik Patienten bei Behandlungen an der Kinder- und Jugendpsychiatrie missbraucht hat, ermittelt die Staatsanwaltschaft in sieben Verdachtsfällen auch an der HNO in Homburg.

Der Untersuchungsausschuss des saarländischen Landtages hatte, nachdem Eltern auch über den Verdacht von Missbrauch an ihren Kindern bei Behandlungen an der HNO-Klinik berichtet hatten, seine Untersuchungen auf Fälle bis ins Jahr 2003 zurück ausgeweitet - und den Direktor der HNO als Betroffenen eingestuft. Der Professor stellte gestern seine Sicht dar. Nachfragen war nicht zugelassen.

Missbrauch in OP-Räumen „nicht vorstellbar“

Kernaussage des Klinikleiters: „Wir können uns bis zum heutigen Tag nicht vorstellen, dass im Bereich der HNO-Operationssäle ein Kindesmissbrauch stattgefunden hat. Er schilderte die Abläufe in seiner Klinik und dass Kinder vor, während und nach OPs zu keinem Zeitpunkt alleine mit einem Arzt oder Pfleger seien. Der Professor ging auf zwei Fälle aus den Jahren 2012 und 2014, die offenbar Gegenstand der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sind, ein. 2012 habe man bei einem Mädchen bei einer OP Veränderungen im Genital-/Analbereich festgestellt und daraufhin Ärzte der sogenannten Kinderschutzgruppe des UKS sowie einen Rechtsmediziner eingeschaltet. Nach anschließenden Besprechung mit seinen Mitarbeitern sei er zur Überzeugung gelangt, dass es keinen Hinweis auf einen Missbrauch während des Aufenthaltes an der HNO gebe.

In diesem wie im Fall von 2014 könne nicht ausgeschlossen werden, dass festgestellte Verletzungen auf eine falsche Verabreichung von Zäpfchen zurückzuführen seien. Man habe dies 2014 zum Anlass genommen, neue Anordnungen zu treffen. cps

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