Rheinland-Pfalz Größer, schneller, weiter
«SEMBACH.»Die Westpfalz verfügt seit gestern über einen Intensivtransporthubschrauber. Die Maschine der Johanniter-Unfall-Hilfe ist für rund vier Wochen übergangsweise in Sembach (Kreis Kaiserslautern) stationiert. Dann soll sie auf den Flugplatz Imsweiler (Donnersbergkreis) umziehen, wenn dort die Baumaßnahmen abgeschlossen sind.
Einen Unterschlupf hat der großräumige Helikopter auf dem Gelände der Baufirma Knorz im Sembacher Gewerbepark, dem ehemaligen US-Militärflughafen, gefunden. Die Firma stellt unentgeltlich den Landeplatz, einen Hangar und einen Raum für die Besatzung zur Verfügung. Der Hubschrauber transportiert im Auftrag des Westpfalz-Klinikums Intensivpatienten aus den Landkreisen Kaiserslautern, Kusel und Donnersberg sowie der Stadt Kaiserslautern zwischen den verschiedenen Standorten. Er kann aber auch als Rettungshubschrauber eingesetzt werden (wir berichteten am Samstag). Das Fluggerät hat ungefähr doppelt so viel Platz wie ein herkömmlicher Rettungshubschrauber, kann aufgrund des Tankvolumens länger in der Luft bleiben und ist wegen der Räder statt Kufen aufgrund des geringeren Luftwiderstands schneller. Neben der überdurchschnittlichen medizinischen Ausstattung hat er zudem die technischen Voraussetzungen für den Nachtflug, allerdings bisher keine Genehmigung. Geplant ist jedoch, ihn langfristig im 24-Stunden-Betrieb einzusetzen; das Genehmigungsverfahren dazu ist laut dem technischen Leiter der Johanniter-Luftrettung, Markus Ortner, sehr aufwendig und wird nicht innerhalb eines Jahres erwartet. Damit wäre er der einzige im ganzen Land. Die interkommunale Zusammenarbeit zwischen den drei Landkreisen und der Stadt Kaiserslautern lief im Vorfeld sehr gut, betonten nicht nur die Landräte bei der Vorstellung des Hubschraubers. Auch Peter Förster, Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums, freute sich über die schnelle Umsetzung. Seit vielen Jahren wird schon ein Rettungshubschrauber für die Westpfalz gefordert, er wurde aber vom Land nicht genehmigt.