Rheinland-Pfalz Flughafen und Polizeischule nehmen Flüchtlinge auf

Mainz (lrs). Weil die Erstaufnahme aus allen Nähten platzt, werden Asylbewerber in Rheinland-Pfalz jetzt auch am Flughafen Hahn und in Zelten in Hermeskeil (Kreis Trier-Saarburg) untergebracht.
„Wir brauchen dringend kurzfristig Unterkünfte, um den bei uns ankommenden Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf zu bieten“, erklärte die Staatssekretärin im Integrationsministerium, Margit Gottstein (Grüne). Zurzeit treffen täglich etwa 250 Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz ein. Gestern wurden 50 schutzsuchende Menschen in einer Sporthalle der Landespolizeischule Rheinland-Pfalz auf dem Hahn erwartet. In den nächsten Tagen sollen weitere 150 folgen und zum Teil auch in Zelten unterkommen. Das Ausweichquartier soll bis zum Ende der Sommerferien genutzt werden. In Hermeskeil werden auf dem Exerzierplatz der ehemaligen Hochwaldkaserne drei Großzelte mit 375 Betten errichtet. Damit solle die Zeit bis zu der im Herbst erwarteten Inbetriebnahme der neuen Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) in Hermeskeil überbrückt werden. „Sobald die AfA den Betrieb aufnimmt, werden die Zelte abgebaut“, sagte Gottstein. Das Land suche nach weiteren Standorten, die sich für die Unterbringung von mindestens 100 Personen eigneten. Weil die Behörden mit der Aufnahme von Flüchtlingen alle Hände voll zu tun haben, wollen 270 Landesbedienstete mit anpacken. Von ihnen werden 50 schon kurzfristig die AfA-Einrichtungen in Trier und Ingelheim unterstützen, wie die Staatskanzlei gestern mitteilte. Weitere sollen in den Außenstellen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge in Trier und Bingen sowie in der Clearingstelle des Trierer Amtes für Ausländerangelegenheiten aushelfen, die unter anderem die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber organisiert.