Rheinland-Pfalz Ex-Landtagspräsident zeigt Reue

Bat vor der Urteilsverkündung gestern um Entschuldigung: Ex-Landtagspräsident Klaus Meiser (links) mit seinem Anwalt Guido Britz
Bat vor der Urteilsverkündung gestern um Entschuldigung: Ex-Landtagspräsident Klaus Meiser (links) mit seinem Anwalt Guido Britz.

«SAARBRÜCKEN.»Der ehemalige saarländische Landtagspräsident, Innenminister und Sportfunktionär, Klaus Meiser (64, CDU), wurde gestern wegen besonders schwerer Untreue in fünf Fällen und Vorteilsgewährung zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Bei den Vorwürfen ging es um Vorgänge beim Landessportverband für das Saarland (LSVS).

Das Landgericht Saarbrücken setzte die Haft auf Bewährung und gegen 60.000 Euro Geldstrafe aus. Zwei mitangeklagte ehemalige Präsidiumsmitglieder des LSVS kamen mit Geldstrafen (90 Tagessätzen) davon. Besonders schwere Untreue sah das Gericht im Falle des von 2015 bis 2018 amtierenden Sportverbandspräsidenten Meiser gegeben. Er habe als Amtsträger in eklatanter Weise seine Macht missbraucht. Bei der Strafzumessung am schwersten wog, dass der in Scheidung lebende Meiser seiner Lebensgefährtin eine Scheinanstellung beim Verband beschafft hatte. Ohne eine Gegenleistung zu erbringen, kassierte die Dame 30.000 Euro. Meiser hatte den ehemaligen Hauptgeschäftsführer aufgefordert, „das zu regeln“. Die Beschäftigung sollte geheimgehalten werden. Zudem nutzte Meiser vielfach die ihm vom LSVS überlassene Kreditkarte zu privaten Restaurantbesuchen. Die Anlässe wurden unter anderem als „Treffen mit Sponsoren“ verschleiert. Meiser zeigte gestern Reue, erkannte seine Schuld an und erklärte sich bereit, 60.000 Euro Wiedergutmachung an den Verband zu zahlen. Um einen Mammutprozess zu verhindern, hatten die Wirtschaftsstrafkammer, die Staatsanwaltschaft und die Angeklagten vergangene Woche zum Prozessauftakt eine Verständigung herbeigeführt. Meiser, der mitangeklagte Fußball-Verbands-Präsident Franz-Josef Schumann und die ehemalige Vertreterin des Judoverbandes im LSVS-Präsidium, Karin Nonnweiler, legten Geständnisse ab. Dafür wurden einige Anklagepunkte fallengelassen. Bei Schumann und Nonnweiler blieb es beim Vorwurf der Vorteilsgewährung im Zusammenhang mit der Feier des 70. Geburtstags von Saar-Innenminister Klaus Bouillon (CDU) im November 2017 an der Sportschule. Kommentar

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