Rheinland-Pfalz „Eine gute digitale Visitenkarte ist wichtig“

«Kaiserslautern». Seit einem Jahr hat die Handwerkskammer (HWK) der Pfalz einen Digitalisierungsberater: Igor Tabatschnik steht den Betrieben als kostenloser Ansprechpartner zur Verfügung. 2018 wurde seine Beratung laut HWK 120 Mal nachgefragt. Schwerpunktmäßig ging es dabei um Themen wie Datenschutz und IT-Sicherheit, aber auch um die digitale Kommunikation.
Laut dem Hauptgeschäftsführer der HWK, Till Mischler, hat das Handwerk ein großes Interesse an digitalen Technologien. Vier von fünf Handwerksbetrieben seien dem Thema Digitalisierung gegenüber generell aufgeschlossen und nähmen sie als Chance wahr. Allerdings müsse individuell geprüft werden, ob und welche technologischen und organisatorischen Weiterentwicklungen erforderlich seien, um Fehlinvestitionen zu vermeiden und die Wettbewerbsfähigkeit des Betriebes zu steigern. Mischler: „Nicht jede digitale Lösung ist für jedes Unternehmen sinnvoll und passend.“ Laut HWK betrachten einige Betriebe die Digitalisierung zwar einerseits als Chance, aber auch als zusätzlichen Kostenfaktor. Digitalisierungsberater Tabatschnik sieht seine Hauptaufgabe darin, Handwerksunternehmer für digital Machbares zu motivieren. Er berichtet: „Betriebe kommen täglich auf mich zu, immer mit konkreten Anliegen, und leider oftmals auch mit relativ wenig Zeit im Gepäck.“ In den Gesprächen gehe es deshalb immer schnell um konkrete Dinge, die verbessert werden sollen. Im Zuge der Kooperation zwischen Handwerkskammer, Kreishandwerkerschaft sowie regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaften wurden mittlerweile kostenfreie Webseiten-Beratungssprechtage eingeführt. Dabei werden etwa erfolgsrelevante Merkmale wie Auffindbarkeit im Internet, inhaltliche Gestaltung, Benutzerfreundlichkeit, rechtliche Pflichtangaben sowie IT-Sicherheit in den Blick genommen, berichtet Tabatschnik. Weil das Interesse an diesen Veranstaltungen hoch ist, sollen sie auch kommendes Jahr angeboten werden: „Eine gute digitale Visitenkarte ist nicht nur für Kunden wichtig, sondern wirkt auch auf die Attraktivität als Arbeitgeber, was immer wichtiger wird“, sagt Tabatschnik. Die Stelle des Digitalisierungsberaters wird gefördert aus Mitteln des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau. Das Projekt läuft noch bis August 2019. Bei Terminvereinbarungen muss laut HWK momentan bereits mit einem Vorlauf von bis zu acht Wochen kalkuliert werden. Eine Sprecherin der Handwerkskammer rät interessierten Betrieben: „Schnell zugreifen!“