Rheinland-Pfalz „Ein Riesenwurf für die Region“
«Sembach/Imsweiler.»Die Johanniter-Unfall-Hilfe stationiert in der Westpfalz einen Intensivtransporthubschrauber. Das im Auftrag des Westpfalz-Klinikums. So sollen Intensiv-Patienten zwischen den vier verschiedenen Standorten transportiert werden. Der Hubschrauber kann aber im Bedarfsfall auch für den Rettungsdienst im Einsatz sein. Zunächst handelt es sich dabei um einen einjährigen Probebetrieb.
„Für unsere Region ist das ein Riesenwurf.“ Der Donnersberger Landrat Rainer Guth, zugleich stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Westpfalz-Klinikum GmbH, zeigte sich gestern glücklich über diese Lösung. Lange wurde in der Westpfalz für einen Rettungshubschrauber gekämpft. Eine Bürgerinitiative hatte diese Forderung vor Jahren mit rund 10.000 Unterschriften unterstützt. Das Innenministerium hat bislang aber keinen Bedarf dafür gesehen. In Sembach wird auch kein Rettungshubschrauber im klassischen Sinne stationiert, wie Guth betonte. Es handele sich dabei um eine Maschine, mit der Intensiv-Patienten zwischen den Westpfalz-Klinikum-Standorten Kaiserslautern, Kirchheimbolanden, Kusel und Rockenhausen verlegt werden können, wie Krankenhaus-Geschäftsführer Peter Förster berichtete. Allerdings sei es nach dem Rettungsdienstgesetz auch so, dass die Rettungsleitstelle den Hubschrauber alarmiere, der am nächsten zum Notfallort stationiert ist. Und so könne eben in einem Bedarfsfall auch dieses Fluggerät im Einsatz sein. Finanziert werde der Hubschrauber über Einsätze, berichtete Guth. Das Personal müsse das Klinikum stellen. Bei der Maschine handelt es sich um einen Intensivhubschrauber. Dieser bietet im Innenraum deutlich mehr Platz als gewöhnliche Rettungshubschrauber. Dadurch sei es auch möglich, Patienten an Bord im Bedarfsfall zu reanimieren, informieren die Johanniter. Zunächst heiße der Hubschrauber „Air Rescue Pfalz“. Später soll er, wie andere Rettungshubschrauber auch, eine „Christoph“-Bezeichnung bekommen. Ein entsprechender Antrag sei bereits gestellt, aber noch nicht genehmigt. Ab Montag wird der Hubschrauber in Sembach starten und landen. Dort jedoch vermutlich nur vorübergehend. Vorgesehen ist es, ihn auf dem Flugplatz in Imsweiler zu stationieren. Hier laufe derzeit allerdings noch ein Anhörungsverfahren, so Guth. Den Hubschrauber direkt am Klinikum in Kaiserslautern zu stationieren, ist laut Peter Förster nicht möglich: „Wir haben dafür keinen Platz.“ Das Krankenhaus liegt in Kaiserslauterns Stadtmitte und hat zwar einen Landeplatz auf dem Dach, aber keine Möglichkeit, einen Hangar zu bauen. Generell sei zunächst einmal ein einjähriger Probebetrieb vereinbart worden. „Es ist das Ergebnis einer hervorragenden interkommunalen Zusammenarbeit“, betonte der Donnersberger Landrat – und schob nach: „Das ist in keiner Weise eine Aktion gegen das Land. Es ist eine Maßnahme im Interesse unserer Bürger, um die Notfallversorgung abzusichern.“ Zumal der Hubschrauber auch größere Mengen Wasser transportieren und somit etwa bei einem Flächenbrand von großem Vorteil sein könne. Kommentar