Rheinland-Pfalz Dummerweise ...

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Seit ein paar Tagen sitzt meine Frau wieder mit am Küchentisch – aus dem Krankenhaus entlassen, mit der Gesundheit geht es weiter aufwärts. Da kann man wieder fröhlicher lachen. Auch über das Missgeschick kürzlich mit dem Mobiltelefon. Ich weiß, was Sie jetzt denken: Älterer Herr und Handy... Aber so war es nicht. Eigentlich habe ich alles richtig gemacht, die Technik richtig genutzt, den ganzen Tag bewirkt, was ich wollte, und das kleine Technikwunder so eingesetzt, wie es sich im Umgang miteinander geziemt. Dummerweise kam am Ende des Tages doch noch alles anders als geplant. Doch der Reihe nach. Es ist mein Geburtstag. In meinem Alter mag man darum eigentlich kein Aufhebens mehr machen. Dennoch will man lieben Menschen nicht verwehren, ein paar nette Grüße und Wünsche aus Anlass des Wiegenfestes auszusprechen. Und da an diesem Tag das Haus leer und verlassen sein würde, besinnt man sich auf die Technik: Diensthandy aufs Privathandy umleiten, Festnetztelefon aufs Privathandy umleiten, Privathandy aufladen und Abmarsch. Ob beim Einkauf, bei der Radtour oder beim Krankenbesuch: immer erreichbar. Tatsächlich klappt alles perfekt. Niemand wählt vergeblich. Selbst am Abend im kleinsten Kreis beim Italiener kamen noch gute Wünsche an. Gehört sich eigentlich nicht, beim Essen am Handy zu fummeln. Also: stumm schalten das gute Stück. So weit so gut, aber jetzt der Lapsus bei der Rückkehr ins verlassene und dunkle Heim. Das Handy steckt in der Tasche mit Geburtstagsgeschenken, ein Buch, reichlich Schokolade. Kofferraum auf, Tasche raus in den Garagenhof gestellt, Garage auf, Auto rein, Garage zu, rein ins Haus. Nach fünf Minuten vermisse ich die Tasche, raus aus dem Haus, rüber zur Garage, Tasche weg. Was tut der kluge Mann? Richtig, er ruft sich selbst an. So sind Tasche und Handy vielleicht zu finden. Doch es bleibt still im und ums Haus. Haben vielleicht Lausbuben die Tasche gegriffen und mampfen auf dem nahegelegenen Spielplatz zu fast mitternächtlicher Stunde meine Schokolade? Anruf bei mir selbst (Nummer ist ja egal). Ich lasse es unverdrossen läuten. Auch auf dem Spielplatz bleibt es stumm. Eine Computerstimme sagt mir, der Teilnehmer sei zurzeit leider nicht erreichbar. Dummes Weib, weiß ich doch! Ich gebe auf, sitze ratlos daheim am Küchentisch. Des Rätsels Lösung: Ein Spaziergänger hat meine vergessene Tasche entdeckt und mitgenommen, um sie vor Langfingern zu retten. Darin findet er auch die Telefonnummer meiner Frau im Krankenhaus. Die ebenso ahnungslose wie besorgte Gattin will mich über den doch wieder glücklichen Lauf der Dinge informieren. Dummerweise sind alle Nummern auf das eine Handy in der Tasche beim Spaziergänger umgeleitet ... Die ratlose Gattin alarmiert telefonisch den Sohn. Der Sohn schickt auch noch eine Textnachricht an den Vater. Dummerweise ... Inzwischen sind Tasche und Handy längst wieder daheim. Ich habe dem ehrlichen Finder gedankt und mich entschuldigt, dass zu nächtlicher Stunde bei ihm zuhause mein Telefon ohne Unterlass geläutet habe. Kein Problem, hat er gesagt, das Gerät sei völlig still gewesen. Glücklicherweise war es ja stummgeschaltet ... Die Kolumne In der Kolumne „Am Küchentisch“ schreiben Redakteure über die Pfalz, ihr Familienleben und den Redaktionsalltag.

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