Rheinland-Pfalz Doch kein Weltuntergang

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Wir atmen auf: Rheinland-Pfalz hat seine ersten Winterferien überstanden, und die Welt ist nicht untergegangen. Das ist bemerkenswert, hatten doch viele hochdekorierte Fasnachter vor allem im Norden unseres Bundeslandes genau das Gegenteil befürchtet. Die neuen Winterferien direkt vor den tollen Tagen würden Eltern verleiten, mit ihren Sprösslingen in den Schnee zu fahren, anstatt fleißig närrische Veranstaltungen zu besuchen, malten die Karnevalisten schwarz. Die Jüngsten würden an die Fasnachtsbräuche gar nicht mehr herangeführt. Die Winterferien seien Anfang vom Ende des gesamten Karnevals. Wir sollten die Sache gelassener sehen. Erstens gab es auch in der Vergangenheit schon Zeitgenossen, die in den tollen Tagen eine willkommene Gelegenheit sahen, eine kurze Zeit den Alltag und vielleicht auch das närrische Treiben der anderen hinter sich zu lassen. Außerdem sind wir guter Dinge, dass Narren nie ganz aussterben werden. Dennoch gräbt die Sorge um die Zukunft des närrischen Brauchtums dessen Anhängern tiefe Falten in die Stirn. Beschlossen wurden die Winterferien 2015 nach einer Befragung von Eltern. Die Begründung der damaligen Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD): Sind die Sommerferien spät im Jahr, gibt es entweder zwischen Weihnachten und Ostern oder zwischen Ostern und Pfingsten bis zu 13 Wochen Unterricht am Stück. Zu viel für die Kinder. Die Konsequenz: Erstmals in diesem Jahr sowie 2020 und 2022 unterbrechen Winterferien die lange ferienlose Zeit. Und das ausgerechnet in der Woche vor Fasnacht, was die Freizeit noch verlängert. Also haben die Narren auch zur Winterferien-Premiere noch einmal heftig geschimpft: Die Winterferien müssen weg. Aber das wird noch dauern. Bis 2024 sind alle Ferien in Deutschland festgelegt. Da kann Rheinland-Pfalz nicht mehr dran rütteln. Und danach? Der Landeselternbeirat ist weiterhin für die Winterferien, die Lehrergewerkschaften sind nicht dafür, aber auch nicht wirklich dagegen. Vielleicht hilft ja eine Erfahrung der Mainzer Narren, die Debatte zu entschärfen: Dort wurde der traditionsreiche Jugendmaskenzug wegen der Ferien vorverlegt. Neue Teilnehmergruppen seien gekommen, berichten die Veranstalter. Wetten, dass die Narren nicht aussterben?

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