MAINZ RHEINPFALZ Plus Artikel Deutliche Appelle: Land soll mehr Geld für Uni-Fusion locker machen

Nach den Vorstellungen der Landesregierung soll der Campus Landau die starke gesellschaftswissenschaftliche Säule der geplanten
Nach den Vorstellungen der Landesregierung soll der Campus Landau die starke gesellschaftswissenschaftliche Säule der geplanten neuen Uni werden.

Der Streit um die künftige Ausstattung der Universitäten in Rheinland-Pfalz wird schärfer. Auch die Industrie- und Handelskammer für die Pfalz (IHK) hat eine „bedarfsgerechte Finanzierung“ der geplanten Rheinland-Pfälzisch Technischen Universität (RPTU) gefordert.

Wie berichtet, hat die regierende Ampel-Koalition vor, die Doppeluniversität Koblenz-Landau zu trennen. Der Campus Koblenz soll ab dem 1. Januar 2023 eine eigenständige Uni sein. Zum gleichen Termin werden die Technische Universität Kaiserslautern und der Campus Landau zur neuen RPTU zusammengeschlossen. Am Mittwoch hat sich erstmals der Landtag mit dem entsprechenden Gesetzentwurf des Wissenschaftsministeriums beschäftigt.

Die IHK hat an die Politik appelliert, „eine klare Strategie zur Profilbildung der neuen Hochschule festzulegen“. Nur dann werde die Pfälzer Uni in der Lage sein, als Antreiberin von Innovation eine starke Position zu behaupten. Die künftige RPTU stehe in Konkurrenz zu Hochschulstandorten wie Darmstadt und Karlsruhe. Deshalb sei eine ausreichende Finanzierung über die Fusionsphase hinaus wichtig. Der Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sei ein bedeutender Standortfaktor, argumentiert die IHK. Auch bei der Ausbildung des Fachkräftenachwuchses spiele die Uni eine wichtige Rolle.

Uni: Land verlagert Entscheidungen

Ebenso hat die Spitze der Uni Koblenz-Landau erneut mehr Geld vom Land für die Gestaltung einer erfolgreichen Zukunft beider Standorte verlangt. Der Gesetzentwurf sei ein wichtiger, aber kein ausreichender Schritt hin zum Erfolg der geplanten Neustrukturierung, erklärte Uni-Präsidentin May-Britt Kallenrode. In der Uni herrsche der Eindruck, der Minister nehme Hinweise auf drohende Finanzierungslücken bisher nicht ausreichend ernst. Letztlich verlagere das Ministerium damit wichtige landespolitische Entscheidungen über Hochschulfragen in die Gremien der Uni-Koblenz-Landau.

Landtag entscheidet im Spätsommer

Auch die Landtagsopposition hat wiederholt kritisiert, die Universitäten und Hochschulen im Land seien unterfinanziert. Die CDU-Fraktion befürchtet zudem, wegen der ohnehin schwierigen Situation in der Corona-Krise könnten die betroffenen Universitäten mit den Anforderungen der Fusion überlastet werden.

Der Landtag hat sich am Mittwoch in erster Lesung mit dem Gesetzentwurf beschäftigt. Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD) wertete den geplanten Zusammenschluss als einen Meilenstein der rheinland-pfälzischen Hochschulpolitik. Es wird erwartet, dass das Landesparlament den Umbau der Uni-Landschaft im Spätsommer endgültig beschließen wird.

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