Rheinland-Pfalz „Bedarf für Rettungshubschrauber ermitteln“
«KAISERSLAUTERN.»Über die Zukunft des in Sembach stationierten neuen Rettungshubschraubers der Johanniter ist gestern im Westpfalzklinikum Kaiserslautern diskutiert worden. Es sei vereinbart worden, dass der Bedarf für ein zusätzliches Luftrettungsmittel für die Westpfalz und das Saarland neu analysiert werden soll, teilte gestern Abend das Innenministerium mit.
Wenn die Analyse den Bedarf für die Stationierung eines zweiten Rettungshubschraubers ergebe, werde dies per Wettbewerb ausgeschrieben und nach der entsprechenden Ausschreibung vergeben, heißt es in einer Mitteilung des Innenministeriums. Dies werde in enger Abstimmung der Gesprächspartner erfolgen. Für die Analyse sollen laut Ministerium die Daten eines im Rettungsdienstbereich Kaiserslautern stationierten Rettungshubschraubers ausgewertet werden. Auch der Anbieter soll mittels Ausschreibung ausgewählt werden. Zu der Diskussion am Nachmittag im Westpfalzklinikum wurden laut Innenministeriums Vertreter des Westpfalzklinikums, der Landkreise Kaiserslautern, Kusel und Donnersberg sowie der Stadt Kaiserslautern, der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes Kaiserslautern und ein Vertreter der Krankenkasse eingeladen. Seit Ende Oktober haben die Johanniter einen Rettungshubschrauber in Sembach stationiert. Das Westpfalzklinikum hat mit dem Rettungsdienst einen Vertrag abgeschlossen. Um Intensivpatienten zwischen den einzelnen Krankenhausstandorten verlegen zu können, nutzt das Klinikum die Hilfe der Johanniter. Ein Nebeneffekt: Falls es zu Notfällen kommt, bei denen ein Rettungshubschrauber alarmiert werden muss, ruft die Leitstelle normalerweise den Helikopter, der am nächsten ist. In der Westpfalz wäre das der Hubschrauber der Johanniter. Wie am Mittwoch berichtet, haben die Krankenkassen ein Problem mit dem neuen Helikopter. Die Krankenkasse ist der Ansicht, dass die innerklinischen Verlegungen nur ein Vorwand sind, „obwohl offensichtlich vorrangig Rettungseinsätze erfolgen“. Sowohl das Mainzer Innenministerium als auch die AOK hatten darauf verwiesen, dass in der Westpfalz die rettungsdienstliche Versorgung gesichert sei und „insbesondere kein Bedarf für die Stationierung eines weiteren Luftrettungsmittels“ gesehen werde. Nicht eingeladen zu dem gestrigen Treffen waren die Johanniter. Zur großen Verwunderung von Günther Lohre, Geschäftsführer der Luftrettung: „Es wäre schön gewesen, wenn man alle Akteure an einen Tisch gebracht hätte“, sagte er. Mittlerweile sei der Hubschrauber mehr als 50 Mal ausgerückt. „Das sind keine Einsätze, bei denen kein Notfall vorliegt. Da ist es schon bedenklich, wenn es dann heißt, man sehe keinen Bedarf für die Stationierung eines weiteren Luftrettungsmittels“, so Lohre. Gestartet wurde auch eine Online-Petition. Initiator Philipp Hollinger aus Herschweiler-Pettersheim will erreichen, dass der neue Rettungshubschrauber „Air Rescue Pfalz“ weiterhin Rettungseinsätze fliegen darf und die Krankenkassen dies auch bezahlen. Begründet wird das mit den zahlreichen Einsätzen, die bereits geflogen wurden.