Rheinland-Pfalz Auf der Suche nach dem Pfälzer Ampelmännchen
Rheinland-Pfalz besitzt nicht nur eine Ampelkoalition, sondern auch eine Menge Ampelmännchen: Figuren von Det bis Karl Marx als Symbole auf Signalanlagen. Da wollen auch mehrere pfälzische Gemeinden nicht abseits stehen und überlegen, wie sie ihre Stadt mit ortstypischen Ampelmännchen verschönern können.
So könnte in Bad Dürkheim künftig ein Winzer mit Logel auf dem Rücken die Fußgänger über die Straße lenken. In Neustadt denken Politiker über das Pfälzer Fabelwesen Elwetritsche nach.
„Mit schön gestalteten Ampelmännchen lassen sich die Verkehrsregeln gleich viel lockerer vermitteln“, sagt Neustadts Oberbürgermeister Marc Weigel (FWG). Und CDU-Stadtrat Dirk Herber meint: „Mit einem pfälzischen Augenzwinkern können die umgestalteten Ampelmännchen den Besuchern, aber auch den Einheimischen ein Lächeln entlocken.“
In Trier etwa regelt der Cheftheoretiker des Sozialismus den Fußgänger-Verkehr: Karl Marx. Insgesamt vier Ampelpaare sind mit dem Philosophen bestückt. Marx leuchtet dort seit 2018 rot und grün. „Die Ampeln sind positiv angekommen in der Stadt“, sagt ein Sprecher der Stadt Trier. „Man sieht immer wieder Leute, die da stehenbleiben und ein Schmunzeln ins Gesicht kriegen.“ Viele machten mit ihren Handys Selfies.
In Mainz blinkt Det
In Mainz blinkt seit 2016 ein Mainzelmännchen an der Ampel zwischen Neubrunnenplatz und Römerpassage. Inzwischen sind es elf Ampeln – davon fünf im Stadtteil Lerchenberg, wo das ZDF als Vater der Mainzelmännchen seinen Sitz hat. „Wir waren mit der Trendsetter in Deutschland“, sagt ein Sprecher der Stadt zu den besonderen Motiv-Ampeln. Die leuchtenden Männchen seien bei Besuchern sehr beliebt und auch hier ein gern verwendetes Motiv für Selfies. „Die Mainzelmännchen sind schon lange positiv besetzt, sie vermitteln ein freundliches Bild der Stadt.“
Wer die Mainzelmännchen-Ampel bemerkt, bleibt auch schon mal eher brav am Fußgänger-Überweg stehen, um gespannt zu sehen, wie sich die rote Figur bei Grün in Bewegung setzt. An der schwarzen Rundbrille ist es als das besonders schlaue Mainzelmännchen „Det“ zu erkennen. In Worms führt Reformator Martin Luther („Hier stehe ich. Ich kann nicht anders“) über die Straße. Doch kann jede Kommune an ihren Ampeln herumwerkeln? Nein, die Behörden habe ein Auge darauf. Denn die Straßenverkehrsordnung sagt klar: „Im Lichtzeichen für Fußgänger muss das rote Sinnbild einen stehenden, das grüne einen schreitenden Fußgänger zeigen.“ Heißt: Ampelmännchen dürfen zwar lustig sein, aber in erster Linie müssen sie für alle erkennbar sein und die Sicherheit gewährleisten.
Chako schlägt ein Schorle-Glas vor
Ob Komiker Otto in Emden oder Rocker Elvis in Friedberg: Bundesweit hat sich längst ein Trend entwickelt, Ampeln mit originellen Figuren zu verzieren. Doch was ist nun das richtige Motiv für die Pfalz? „Für das Grünlicht wäre das wohl ein typisches Pfälzer Dubbeglas“, meint Comedian Christian „Chako“ Habekost. „Wenn das Halbliter-Weinschorle-Glas aufleuchtet, geht man ja schon automatisch los und beschleunigt sogar.“ Für das Rotlicht schlägt der Autor augenzwinkernd die Silhouette eines Politikers vor: von US-Präsident Donald Trump, dessen Vorfahren aus der Pfalz stammen. Bei einem solchen „Trumpelmännchen“, ist Habekost sicher, würden alle Fußgänger sofort stehen bleiben und denken: „Oh je, hoffentlich kummt der bloß net!“