Rheinland-Pfalz Am RAnde: Nackt, verdreckt, weggeworfen ...
Das Wort „Sexpuppe“ wollte die Polizei gestern wohl partout nicht verwenden. Und deshalb griff sie zu etwas verschlungenen, fast schon literarischen Formulierungen: „Keine Kinderpuppe oder ähnliches, auch keine Schaufensterpuppe, sondern die in Größe und Gewicht lebensecht gestaltete Figur eines weiblichen Körpers aus Kunststoff, mit allem, was äußerlich so dazugehört. Da lag sie, die Silikon-Dame, am Rand des Rasplatzes. Nackt, verdreckt und achtlos weggeworfen.“ Das ist indes nicht der Anfang eines Romans, sondern einer sehr kurzen Kurzgeschichte, die auf dem Rastplatz „Freisener Kreuz“ am saarländischen Abschnitt der A 62 spielt. Die Fakten sind dem Bericht der Polizeiinspektion St. Wendel zu entnehmen: Eine Frau aus Rheinland-Pfalz hielt demnach die Puppe mit den merkwürdig verdrehten Armen und Beinen für eine Leiche und alarmierte die Polizei. Doch noch ehe die Beamten eintrafen, konnte die Frau selbst zusammen mit einem Lkw-Fahrer „den Fall“ klären. Um weiteren Irritationen und Ermittlungen vorzubeugen nahm die Polizei die Puppe mit und entsorgte sie. Ein Frage blieb indes ungelöst: Wie war die „Silikon-Dame“ auf den Rastplatz gekommen? Die Polizei: „Vielleicht war da ein Mann seiner Gummi-Freundin überdrüssig?“ Ein doppelter Akt der Lieblosigkeit quasi ...