Rheinland-Pfalz Am Rande: Der Neue lässt nicht locker
Ich muss tatsächlich Abbitte leisten bei „Rolph“. Dem Neuen, dem ich am Dienstag an dieser Stelle vorhielt, noch zu dösen statt mobil zu sein. „Rolph“, der Inbegriff fürs Fahren mit Bus, Bahn, Leihrad und bald auch mit E-Roller in Rheinland-Pfalz – lässt nicht locker und die Schelte, dass er womöglich noch nicht ganz auf Zack sein könnte, nicht auf sich sitzen. „Rolph“ ist nur formal die personifizierte Mobilität. Es ist kein Mann, nur ein Wort, das die alte Dachmarke für den öffentlichen Nahverkehr im Land, den „Rheinland-Pfalz-Takt“, ablöst. Mit einem Begriffswechsel ist noch lange nichts gewonnen, es fährt noch kein Zug, kein Bus mehr. Kein zusätzlicher Waggon für mehr Fahrräder ist angehängt, keine neue Leihradstation gebaut. Alles erklärte Absichten, ohne dass es konkrete Zahlen gibt, wie viel Geld künftig ins System Nahverkehr gesteckt werden muss, damit man dem Ziel näher kommt. Aber „Rolph“ ist bewusst gewählt im Bewusstsein, dahinter könnte ein – möglichst sympathischer – Kerl stecken und das ganze Fahren mit den Öffentlichen per se attraktiver machen als der alte, unnahbare „Takt“. Mit einer Antwort auf persönliche Fragen, die man „Rolph“ auf seiner Webseite zu Anschlussverbindungen oder zum Thema Totalverzicht aufs Auto stellen kann, musste er erst in die Gänge kommen. Jetzt aber, hat sich „Rolph“ nach einer Woche mit einer persönlichen E-Mail gemeldet. Und ich werde ausprobieren, was er empfiehlt: Das Auto stehen lassen, mit der RB 46 nach Frankenthal Süd, dort in die S6 nach Ludwigshafen Mitte und von dort mit dem Leihrad zur Arbeit radeln. Für den Fall, dass das überzeugt und die 20 Minuten mehr an Fahrtzeit okay sind, weist „Rolph“ schon mal auf ein Jobticket für 43 Euro im Monat hin. Übrigens: Diesmal hat der mobile Unbekannte mich mit Vornamen angeschrieben und sich mit „Dein Rolph“ verabschiedet. Und sich dazu entschuldigt, dass es etwas länger gedauert hat ... Der Neue ist vielleicht doch nicht so übel. | Simone Schmidt