Rheinland-Pfalz Altenheim-Skandal: Ermittlungen gegen Pfleger eingestellt

«LAMBRECHT/FRANKENTHAL.» Senioren, die offenbar von ihren Pflegekräften zu Tode gequält wurden: Solche Vorfälle in einem Lambrechter Pflegeheim hatten Ende 2016 für Entsetzen gesorgt. Drei Pflegekräfte wurden inzwischen zu lebenslanger Haft verurteilt. Gegen einen weiteren Pfleger, der in diesem Prozess als Zeuge ausgesagt hatte, hat die Staatsanwaltschaft Frankenthal jetzt die Ermittlungen eingestellt.
In dem Prozess hatten Whatsapp-Chatprotokolle eine wichtige Rolle gespielt. Daraus ging hervor, dass sich drei später angeklagte und verurteilte Pflegekräfte gegenseitig zu den Misshandlungen und Morden angestachelt hatten. Laut dem Ende Juni 2018 ergangenen Urteil des Landgerichtes Frankenthal wurden zwei Pflegeheim-Bewohnerinnen unter anderem durch Insulin getötet. In den Chatprotokollen fand sich auch eine Passage, durch die ein vierter Pfleger in Verdacht geriet, der in dem Prozess als Zeuge ausgesagt hatte. In den Chat-Äußerungen seiner Kollegen war davon die Rede, er habe sich dazu überreden lassen, den Notarzt nicht zu rufen, obwohl sich der Zustand einer von ihm betreuten Seniorin verschlechtert habe. Das hat der Pfleger laut Staatsanwaltschaft bestritten. Tatsächlich habe er sich erfolgreich um eine Verbesserung des Gesundheitszustandes der Frau bemüht. So habe sich ihr Blutzuckerwert in der Schicht, in der für die Frau verantwortlich war, verbessert. Offenbar sei dieser Pfleger auf die Aufforderung seines Kollegen, die Frau sterben zu lassen, nur scheinbar eingegangen. Daher sei das Ermittlungsverfahren gegen ihn eingestellt worden. Der Staatsanwaltschaft liegen derzeit noch keine Informationen darüber vor, ob der Bundesgerichtshof über die Revisionsanträge der Verurteilten entschieden hat.