Rheinland-Pfalz Überfall auf US-Familie: Anklage gegen Trio

«Landstuhl». Nach einem Überfall auf eine US-amerikanische Familie in Landstuhl, bei dem einer der Angreifer ums Leben gekommen war, hat die Staatsanwaltschaft Zweibrücken gegen drei Männer Anklage erhoben. Der Vorwurf laute auf versuchten Raubüberfall und unterlassene Hilfeleistung, teilte die Behörde gestern mit.
Demnach waren die Beschuldigten gemeinsam mit einem Mittäter im Februar 2019 abends in das Haus der Familie eingedrungen. Der Familienvater konnte die Angreifer jedoch abwehren und verletzte den Angaben zufolge einen von ihnen in Notwehr mit zwei Messerstichen. Die Männer seien geflüchtet und hätten erst nach einer Autofahrt von etwa 30 Minuten einen Notarzt verständigt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Ihren verletzten Komplizen legten sie in Krickenbach (Kreis Kaiserslautern) auf dem Bürgersteig ab, und einer der Beschuldigten blieb bis zum Eintreffen der Rettungskräfte bei ihm. Die anderen beiden flüchteten. Der 43-Jährige starb noch am Ort. Ein Verfahren wegen Körperverletzung mit Todesfolge gegen den Familienvater, ein Zivilangehöriger der US-Armee, war eingestellt worden, weil die Ermittler von Notwehr ausgehen. Dagegen wiederum hätten zwei der drei Angeschuldigten aus dem jetzt angeklagten Verfahren Beschwerde eingelegt, hieß es bei der Staatsanwaltschaft. Darüber muss nun die Generalstaatsanwaltschaft Zweibrücken entscheiden, der jetzt dazu die Akten vorgelegt werden. Wieso das Quartett die US-Familie in Landstuhl überfallen hat, haben die Ermittler laut Staatsanwaltschaft inzwischen so rekonstruiert: Sie hatten einen Hinweis bekommen, dass bei der Familie hochwertige Gegenstände zu finden seien. Diese Information stammte von einem Bekannten der Tatverdächtigen, der sie selbst wiederum vom Mitarbeiter eines Umzugsunternehmens hatte.