Trier
Wie die Polizei eine mutmaßliche Baby-Entführung beendet hat
Gut 20 Passagiere scheucht die Polizei am Freitag gegen Mittag aus dem Bus der Linie 3, der an einer Haltestelle in der Trierer Innenstadt gestoppt hat. Denn soeben ist dort ein Mann eingestiegen, der sieben Minuten zuvor einen Säugling aus einem nahe gelegenen Krankenhaus entführt haben soll. Doch die betroffene Klinik – das Mutterhaus der Borromäerinnen – wird die Vorgeschichte dieses Einsatzes später etwas anders beschreiben.
Eine Sprecherin sagt: Die Eltern des Babys hatten ihr Kind gemeinsam aus dem Gebäude gebracht, aber ohne das mit dem Personal abzusprechen. Das allerdings beobachtete, wie das Paar in den Aufzug stieg – und alarmierte die Pforte, die dann bei der Polizei anrief. In deren Bericht wiederum steht: An der Bushaltestelle hatte sie es zunächst nur mit einem 24-Jährigen zu tun, den sie als mutmaßlichen Kindesentführer einstuft.
Mutter nimmt ihm das Kind ab
Ob es sich bei ihm um den Vater handelt, lassen die Beamten bislang offen. Und was in den Minuten zuvor genau passiert war, wollen sie ohnehin erst noch ermitteln. Einstweilen berichten sie: Der Mann behielt das Baby an der Bushaltestelle im Arm, während Einsatzkräfte ihn in ein beruhigendes Gespräch verwickelten – bis die Mutter dazukam und ihm das Kind abnahm. Doch beendet war die Sache damit noch nicht.
Der 24-Jährige wehrte sich gegen seine Festnahme, bis ihn die Polizisten mit einer Elektroschock-Pistole überwältigten. Doch trotz dieses Taser-Einsatzes hat er den offiziellen Angaben zufolge zwei Beamte verletzt. Die gute Nachricht: „Nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse sind Kind und Mutter wohlauf.“
