MAINZ RHEINPFALZ Plus Artikel Rheinland-Pfalz plant mehr Schutz für Seniorenheime

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Bewohner und Beschäftigte von Alten- und Pflegeheimen in Rheinland-Pfalz können sich künftig regelmäßig auf eine Corona-Infektion testen lassen. Auch Tests an Besuchern sind fortan möglich. In den Schulen bleibt es dabei: Eine generelle Maskenpflicht im Unterricht soll es auch nach Ende der Herbstferien nicht geben.

Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) empfiehlt den Pflegeeinrichtungen, einmal pro Woche ihre Bewohner, Nutzer und Beschäftigte zu testen. Dieser Takt steht im sogenannten Mustertestkonzept des Ministeriums. Die Einrichtungen können jedoch auch mehr oder weniger testen. Sie müssen jedoch ein Testkonzept vom Gesundheitsamt genehmigen lassen. Dann übernimmt der Bund die Kosten. Pro Heimbewohner werden bis zu 20 Tests pro Monat bezahlt. Laut Bätzing-Lichtenthäler ermöglicht das den Einrichtungen, auch Besucher zu testen.

Zum Einsatz kommen Antigen-Schnelltests, die vom Bundesgesundheitsministerium zugelassen sind. Diese sogenannten POC-Tests haben den Vorteil, dass das Ergebnis innerhalb von einer halben Stunde vorliegt. Die Tests kosten derzeit fünf bis sieben Euro. Der Bund übernimmt die Kosten, sofern sieben Euro pro Test nicht überschritten werden.

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Doch diese schnellen Antigen-Tests haben gegenüber den bisher ganz überwiegend eingesetzten PCR-Tests einen Nachteil: Die Ministerin schätzt, dass etwa zehn Prozent der Infektionen unentdeckt bleiben. Dieses Restrisiko wiege jedoch weniger schwer als die Vorteile aus der breiter und schneller angelegten Suche nach Infizierten. Ergibt der Schnelltest einen positiven Befund, muss dieser durch einen herkömmlichen Test bestätigt werden. Es wird jedoch wertvolle Zeit gewonnen, die betroffene Person zu isolieren, oder infizierte Besucher kommen nicht ins Heim.

Menschen, die ihre Angehörigen in Pflegeeinrichtungen besuchen, werden nach dem Mustertestkonzept der Landesregierung nur in Ausnahmefällen vor Betreten der Heime getestet. Das kann nach Angaben der Ministerin zum Beispiel der Fall sein, wenn Besucher sich kerngesund fühlen, aber dennoch Sorge haben, sie könnten unwissentlich mit Infizierten Kontakt gehabt haben. In welchem Umfang Besucher getestet werden lege jedoch jede Einrichtung selbst fest.

Ziel sei es, das Risiko einer Ausbreitung des Coronavirus in den Einrichtungen zu verringern, sagte Bätzing-Lichtenthäler. Neben dem Schutz von Gesundheit und Leben gehe es vor allem darum, Besuchsverbote und soziale Isolation der Menschen in den Einrichtungen zu verhindern. Ein generelles Verbot von Besuchen für Angehörige wie im Frühjahr soll es in Rheinland-Pfalz nicht mehr geben, so die Gesundheitsministerin. Sie appellierte an Besucher von Alten- und Pflegeheimen, die geltenden Hygiene-Regeln einzuhalten.

Nach Angaben des Ministeriums gelten derzeit landesweit 44 Heimbewohner und 27 Mitarbeiter solcher Einrichtungen als infiziert. Die 539 Heime zählen 42.000 Bewohner und 36.000 Beschäftigte.

Keine Schulschließungen

Nach Ende der Herbstferien soll am Montag der Schulbetrieb im Land trotz der drastisch angestiegenen Corona-Fallzahlen vorerst weitergehen wie geplant. Schulschließungen stünden derzeit selbst in den am stärksten von der Pandemie betroffenen Kreisen und Städten nicht zur Debatte, sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). Sie lehnt eine landesweite Maskenpflicht auch während des Unterrichts weiterhin ab. Die Verpflichtung zum Tragen einer Maske auch im Klassenzimmer soll allerdings allen Kommunen empfohlen werden, die den Grenzwert von mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschreiten. Sie soll dort für die Dauer von zunächst zwei Wochen überall mit Ausnahme von Grund- und Förderschulen gelten.

Burkhard Müller, geschäftsführender Direktor des Landkreistags, warnte vor zu hohen Erwartungen in das vom Land beschlossene Förderprogramm für Belüftungsanlagen. Es gebe zwar zahlreiche Anbieter, aber vermutlich Verzögerungen bei der Auslieferung. Auch seien Handhabung und Wartung der mobilen Luftreinigungsanlagen sehr kompliziert. Hubig sagte, die Anschaffung solcher Geräte sei nur in Ausnahmefällen sinnvoll, wenn dringend benötigte Räume nicht gelüftet werden könnten.

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