Rheinland-Pfalz
Corona-Fälle an elf Schulen im Land
In der Pfalz ist bisher keine Schule betroffen, sagte Miriam Lange, Sprecherin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier. Von den 18 positiv getesteten Personen seien nicht alle im Präsenzunterricht gewesen.
Die jüngsten Fälle sind in der Landeshauptstadt Mainz aufgetreten. Der Leiter des Gesundheitsamtes, Dietmar Hoffmann, konnte aber bereits Entwarnung geben. „In keiner Schule hat es sich ausgebreitet“, sagte er am Freitag auf Anfrage. Das Virus Sars-CoV-2 war bei mehreren Bewohnern einer Flüchtlingsunterkunft aufgetreten. Bei einem groß angelegten Test sind unter anderem fünf Kinder positiv getestet worden, die keinerlei Symptome zeigten. Die Kinder besuchten die Notbetreuung zweier Grundschulen, seien aber schon einige Tage vor dem Test nicht mehr dort gewesen, sagte Hoffmann. Sämtliche Kontaktpersonen, insgesamt 38 Lehrer und Schüler, seien untersucht worden. Das Ergebnis war in jedem Fall negativ.
Betroffene in Quarantäne
„Die Abstandsregeln und reduzierten Klassengrößen funktionieren und können wesentlich zum Infektionsschutz beitragen, zumindest bei den jetzigen Schülerzahlen“, sagte Hoffmann. Als Maßnahmen im vorliegenden Fall wurden die Kinder ebenso wie die anderen positiv Getesteten und deren engen Kontaktpersonen aus der Unterkunft in eine gesonderte Quarantäneeinrichtung gebracht. Die Unterkunft selbst steht ebenfalls unter Quarantäne.
Der Betrieb in den Schulen konnte normal weitergehen. Landeseitliche Vorgaben, wann eine Schule wegen Corona geschlossen wird, gibt es nicht. „Das wäre auch schwierig“, sagt der Chef des Mainzer Gesundheitsamtes. Es komme auf die jeweiligen Umstände, den Einzelfall an. Wüsste er, dass jemand im kritischen Zeitraum bis zu zwei Tagen vor dem Auftreten der ersten Symptome in der Schule war, dann sähe es anders aus.
Alle Schüler und Lehrer getestet
Sein Kollege Heinz Uwe Fuchs, Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis Altenkirchen, musste dagegen die Hellertal-Grundschule in Alsdorf schließen. Am Wochenende nach der Wiedereröffnung am 4. Mai zeigte eine Lehrerin Symptome einer Covid-19-Erkrankung. Ein Test fiel positiv aus, deshalb wurden alle Schüler und Lehrer getestet. Bei drei Schülern wurde das Virus nachgewiesen. Unklar ist nach den Worten von Fuchs, ob zunächst die Lehrerin oder die Schüler infiziert waren. Es gebe auch keine Hinweise, ob die Ansteckung in der Schule erfolgt sei. Vom Gesundheitsamt aus könne die Schule am Montag wieder öffnen. Es sei jedoch unklar, ob es ausreichend Lehrer gebe, denn es handele sich um eine sehr kleine Schule.
„Bisher haben wir keine Hinweise auf die Weiterverbreitung in der Schule“, sagt Stefan Voss, Leiter des Gesundheitsamts in Ahrweiler. Dort ist ein Fall in der Jahrgangsstufe zwölf eines Gymnasiums aufgetreten, drei weitere Fälle gab es an einer Realschule Plus. Die entsprechenden Klassen werden aktuell nicht unterrichtet.
Am Montag Rückkehr von landesweit weiteren 107.000 Schülern
Seit drei Wochen sind die 1600 Schulen im Land für die Abschlussklassen geöffnet. In den meisten Fällen wird im Wochenrhythmus jeweils die Hälfte der rund 150.000 Schülerinnen und Schüler vor Ort unterrichtet, die andere Hälfte bleibt im Homeschooling. Ab Montag kehren die Klassenstufen fünf und sechs an die Schulen zurück. Von den 107.000 Kindern wird ebenfalls immer nur ein Teil in den Unterricht gehen. Eine Woche später soll es auch für die Mittelstufenschüler wieder Präsenzunterricht geben.
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