Coronavirus
1,5 Millionen Masken für arme Menschen in Rheinland-Pfalz
Das teilte das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV) auf RHEINPFALZ-Anfrage mit. Bis Ende nächster Woche soll hierfür ein Paket aus insgesamt 1,5 Millionen Masken an die Landkreise und kreisfreien Städte verteilt werden – per Spedition. Seit Montag gilt in Rheinland-Pfalz die verschärfte Maskenpflicht: Geschäfte, Busse und Bahnen dürfen nur noch mit medizinischen Masken betreten werden.
Bei der Verteilaktion soll jede betroffene Person drei Masken erhalten, informiert LSJV-Sprecherin Anna Bendel. Das Gesamtpaket setze sich zur einen Hälfte aus OP-Masken und zur anderen aus Masken des Typs KN95 zusammen. Die Weiterverteilung der Masken liege dann bei den Verbandsgemeinden, Landkreisen und kreisfreien Städten, sagt Bendel. Ministerpräsidentin Malu Dreyer hatte vergangene Woche von der Bundesregierung gefordert, Empfängern von Grundsicherung Schutzmasken zur Verfügung zu stellen. Dabei sprach sie allerdings von FFP-2-Masken, wie aus einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht.
Experte für Armut: „Drei Masken sind zu wenig“
Gerhard Trabert, Vorsitzender des Vereins Armut und Gesundheit in Deutschland, mit Sitz in Mainz, begrüßt die Maßnahme des Landes zwar, ist aber der Ansicht, dass sie nicht ausreicht: „Drei Masken sind zu wenig“, sagt er. Seit die verschärfte Maskenpflicht gelte, seien schon viele bedürftige Menschen zu ihm ans Arztmobil gekommen, mit dem er regelmäßig in Mainz unterwegs ist, und hätten darüber geklagt, dass sie sich die Masken nicht leisten können. Als Beispiel: Ein Drogeriemarkt in der Mainzer Innenstadt verlangt rund fünf Euro für ein Päckchen mit zwei FFP-2-Masken. „Das ist zu teuer“, kritisiert Trabert. Sein Verein habe bereits im Sommer gefordert, dass Empfänger von sozialen Transferleistungen umsonst Masken zur Verfügung gestellt bekommen. Der Experte für Armut stellt fest: „In der aktuellen Lage merkt man, dass arme Menschen noch mehr benachteiligt werden, als sie es ohnehin schon sind.“