Wildschweine im Pfälzerwald Was tun, wenn ein Wildschwein den Weg versperrt?

Sehen schlecht, haben aber gute Ohren: Wildschweine. Treffen Ausflügler unverhofft auf die Tiere, sollten sie daher akustisch au
Sehen schlecht, haben aber gute Ohren: Wildschweine. Treffen Ausflügler unverhofft auf die Tiere, sollten sie daher akustisch auf sich aufmerksam machen.

Die Sau fühlt sich wohl im Pfälzerwald, der Wildschweinbestand ist hoch. Begegnungen von Wanderern und Tieren können gefährlich werden. Wie verhält man sich richtig?

Laut und deutlich aus einiger Entfernung „Hallo“ rufen – so simpel ist die beste Maßnahme, wenn beim Waldspaziergang unverhofft ein Wildschwein auf dem Weg auftaucht. Die Tiere sehen nämlich schlecht, hören aber gut. „Angst müssen Sie keine haben, die haben meist die Wildschweine viel mehr. Natürlich empfiehlt sich ein respektvoller Umgang. Kein Hinlaufen oder Provozieren“, so Ulf Hohmann von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft bei den Landesforsten Rheinland-Pfalz.

Allerdings komme es durchaus darauf an, welches Schwein da vor einem steht. Die größte Gefahr gehe von einer Bache, also einem weiblichen Wildschwein, mit Frischlingen aus. Mama und Nachwuchs solle man unbedingt fern bleiben. Auch, wenn ein Tier krank oder verletzt sei und Schmerzen habe, sollte man diesem laut Hohmann tunlichst aus dem Weg gehen. Wenn das nicht gelingt, helfe im äußersten Fall: der Wanderstock. „Wenn ein Wildschwein auf einen los geht, kann ein Tritt oder der Schlag mit einem Stock angebracht sein. Meist will das Wildschwein aber nicht angreifen, sondern man steht einfach nur in seinem Weg“, so der Experte der Landesforsten.

Was tun, wenn eine ganze Rotte auftaucht?

Dass ein Wildschwein jedoch auch mal einzeln auftaucht, sei normal. Keiler, also männliche Wildschweine, beispielsweise sind Einzelgänger. Imposanter dagegen ist die Begegnung mit einer Wildschwein-Rotte. Auch, wenn diese plötzlich aus dem Unterholz auftauchen, ist es laut Hohmann ratsam, einfach aus dem Weg zu gehen.

Bleibt noch die Frage nach Hunden. Hohmann rät dazu, Hunde mit Jagdinstinkt und einer großen Neugier auf Wildschweine im Wald an die Leine zu nehmen. Denn auch hier ist die größte Gefahr in der Bache zu sehen. Stöbert der Hund womöglich Sauen auf, die Junge haben, kann es gefährlich werden. Dazu ist wichtig zu wissen: Die Frischlingszeit ist von Februar bis etwa Mai. Generell sind Wildschweine eher selten am Tag aktiv. Man sollte zudem Müll und vor allem Essensreste nicht offen liegen lassen. Beim Waldausflug auf den ausgeschilderten Wegen zu bleiben wird generell angeraten.

Zu Begegnungen mit Wildschweinen kommt es derzeit immer häufiger, berichtet unter anderem Landesforsten. Und das nicht nur im Wald. Auch in Ortschaften werden die wilden Tiere nicht nur immer wieder gesichtet, teilweise hinterlassen sie Spuren der Verwüstung – wie jüngst in Neustadt und Bad Dürkheim.

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