Mediathek Krimi-Serie: „Whitechapel“ in der Arte-Mediathek

 Ungewöhnliches Ermittlertrio: „Whitchapel“.
Ungewöhnliches Ermittlertrio: »Whitchapel«.

Ein spannendes Katz- und Mausspiel rund um den Serienkiller-Mythos des Jack the Ripper entspinnt sich in der ersten Staffel der britischen Krimi-Serie „Whitechapel“. Doch die Ermittler in dem Londoner Stadtteil sind auch darüber hinaus gefordert.

Ein bisschen konstruiert wirkt die betont aufwendig produzierte Krimireihe schon. Die Macher von „Whitechapel“ haben Elemente verschiedener Erfolgsformate kombiniert: Krimi-Protagonisten klassisch britischer Prägung, psychologisch dichte Charakterstudien sowie wendungsreiche Ermittlungen einerseits, Anleihen beim Horror-Genre andererseits, wie etwa bedrohlich-düstere Bilder einsamer Gestalten in engen Gassen, ein mit metallischem Schnittgeräusch aufblitzendes Schlachtermesser und gruselig-mystische Intermezzi.

„Ripperologen“ spielen auch eine Rolle

Das alles wird wirkungsvoll auf den Mythos des Londoner Serienkillers Jack the Ripper projiziert und mit Hypothesen sogenannter „Ripperologen“ angereichert, die bis heute die wahre Identität des Londoner Frauenmörders zu entlarven suchen. Eine eigenartige Atmosphäre erzeugt dabei die angedeutete Sepia-Färbung, die optisch das viktorianische Zeitalter, in dem sich die Morde tatsächlich ereignet haben, mit dem London des Jahres 2008 verbindet, in dem die Serie spielt.

Junger Chef vor großer Herausforderung

Der junge und hochbegabte, aber linkisch und unsicher auftretende Inspektor Chandler (Rupert Penry-Jones), der gar nicht so recht weiß, wieso gerade er befördert worden ist, muss sich nicht nur mit dem erfahrenen Platzhirsch Ray Miles (Phil Davis) in seinem Team auseinandersetzen. Kaum hat Chandler seinen Dienst im beschaulichen Londoner Stadtteil Whitechapel angetreten, sieht er sich schon mit einem brutalen Frauenmord konfrontiert. Dieser ruft bald Autor Buchan (Steve Pemberton) auf den Plan, dem sowohl das Morddatum als auch das Szenario bekannt vorkommt: Der Täter scheint Jack the Ripper zu kopieren, der 120 Jahre zuvor sein Unwesen in Whitechapel getrieben hat und Buchans Theorie zufolge nie gefasst worden ist. Ein Katz- und Mausspiel beginnt, bei dem der Mörder zunächst die Nase vorne hat ...

Nichts für zarte Gemüter

Für Zartbesaitete ist diese Reihe nichts. Wer sich an den drei Teilen aber festgebissen hat, wird sich auf die weiteren Folgen freuen. Machart und Ermittlerteam bleiben dem Publikum erhalten – wobei nach und nach selbst beim bemüht analytischen Chefermittler Chandler die britisch unterkühlte Fassade bröckelt und den Kern einer verletzlichen Persönlichkeit offenbart.

Info:

Krimi-Serie „Whitechapel“, Staffel 1 bis 4, bis Januar 2023 in der Arte-Mediathek

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