Kurlaub RHEINPFALZ Plus Artikel Bad Orb: Von der Salzstadt zum Heilbad

An einer Fachwerk-Hauswand entdeckt: Erinnerung an die „gute alte Postkutschen-Zeit.
An einer Fachwerk-Hauswand entdeckt: Erinnerung an die "gute alte Postkutschen-Zeit.

Bad Orb im Spessart besitzt noch viele Zeugen seiner Vergangenheit. Es sind Erinnerungen an jene Jahrhunderte, in denen Orb die größte Salzsiedestätte von Kurmainz und später eine bayerische Verwaltungsstadt war. Ein Stadtrundgang.

Nicht alle Gebäude sind so auffällig wie das Gradierwerk oder die Burg. Manche sind unscheinbar, einige mittlerweile durch Umbauten in ihrer historischen Form verändert oder nicht mehr zu erkennen. Der 1982 eingerichtete „Historische Stadtrundgang“ mit seinen mittlerweile mehr als 33 Stationen führt Gäste und Besucher zu den historischen Stätten und will zugleich das Bewusstsein für ihren Wert wecken. Aufgenommen und beschrieben sind auch Objekte, die nicht unbedingt geschichtsträchtig sind – aber wer würde bei seinem Rundgang schon das „Kleinste Haus Hessens“ auslassen?

Altehrwürdiger Kurpark

Die mehr als 100 Jahre alte Parkanlage ist mit ihren bunten Rabatten, mächtigen alten Bäumen und dem idyllischen Orbbach eine grüne Oase inmitten des Heilbades. Während im historischen Teil des Kurparks mit Gradierwerk, Alter Lesehalle mit Raum-Inhalatorium sowie zahlreichen schattigen Plätzchen Entspannung groß geschrieben ist, kommen Aktive im erweiterten Bereich der Parkanlage mit Kneipp-Anlage und Fitnessparcours auf ihre Kosten. Auch eine Konzerthalle als Veranstaltungszentrum von Bad Orb gehört zum Kurpark-Ensemble. Klar, dass Corona seine Spuren hinterlässt: Laut Tourist-Info kann derzeit nur ein eingeschränktes Programm unter strengen Schutzmaßnahmen geboten werden.

Gradierwerk – Technik-Denkmal und Inhalatorium:

Tief durchatmen gehört im Kurpark zum Wohlfühlprogramm: Mit seinen imposanten Ausmaßen von 155 Metern Länge, 18 Metern Höhe und 12 Metern Breite ist das Freiluft-Inhalatorium das größte noch bestehende Gradierwerk in Hessen. Salinarien wird ein gesundheitsfördernder Effekt zugeschrieben. Vor allem die Atemwege sollen nachhaltig von der salzigen Luft profitieren, für die die Bad Orber Sole während der warmen Jahreszeit sorgt. Im Gradierbau rieselt die Sole über Schwarzdornreisig. Die frische Meeresbrise rund um das Gradierwerk soll sanft die Atemwege reinigen und so ihre heilende Wirkung entfalten. Das Gradierwerk ist von Frühlingsanfang bis Ende Oktober in Betrieb.

Heilquellen – Baden, Inhalieren, Trinken

In Bad Orb sprudeln drei Heilquellen: die Philippsquelle, die Ludwigsquelle und die Martinusquelle. Die Bad Orber Heilquellen erfüllen den Angaben der Orber Tourist-Information zufolge die Anforderungen an ein Heilwasser: „Sie enthalten wichtige Spurenelemente und Mineralstoffe, die die Lebenskraft des Menschen anregen und dabei vitalisierend auf den gesamten Organismus wirken.“ Während aus der Sole vornehmlich Salz gewonnen wurde, kommt sie heute zum Einsatz, um Gesundheit und Wohlbefinden der Kurgäste zu steigern. Das Baden in der warmen Sole wird vor allem bei Rheuma- und Gelenkbeschwerden empfohlen. Außerdem wird das Heilwasser seit über einhundert Jahren für eine Trinkkur zur Behandlung von Stoffwechselkrankheiten wie Gicht, Fettstoffwechselstörungen und Zuckerkrankheit genutzt.

Wegweiser

Hinkommen: Mit dem Auto: Autobahn A 5 – Frankfurter Kreuz A 3 – Offenbacher Kreuz A 66 bis Ausfahrt 45 Bad Orb/Wächtersbach, von dort auf der Landstraße etwa 4,5 Kilometer bis nach Bad Orb.

Mit der Bahn: ICE Mannheim-Frankfurt-Hanau oder Fulda. Von dort mit der Regionalbahn bis Bahnhof Wächtersbach und weiter mit dem Bus nach Bad Orb.

Übernachten: „Hotel an der Therme“, Horststraße 1, 63619 Bad Orb, Telefon 06052 880; Internet: www.toskanaworld.net,

Doppelzimmer ab 170 Euro/Nacht.

Das Vier-Sterne-Hotel an der Therme Bad Orb ist ein elegantes Domizil in rundum ruhiger und grüner Umgebung, direkt am Kurpark gelegen. Es ist das ideale Haus für Urlaub und Erholung, für Tagungen und Seminare sowie große und kleine Festlichkeiten. Dazu gehört die Toskana-Therme: Verzauberte Wasserwelten in einer weitläufigen Thermen- und Saunalandschaft. Das Erlebnis „Liquid Sound“, das Eintauchen in echtes Wasser wie in eine virtuelle Welt, wird im separaten Kuppelbau angeboten. Im Wellnesspark und Gesundheitszentrum gibt es auch ein Massagecenter für Entspannungs- und Körpertherapien wie Aqua Wellness.

Essen und Trinken: Gaststätte „Alte Schmiede“: In der schönen Altstadt von Bad Orb mit Fachwerkflair in der Jössertorstraße 30 gelegen, punktet das Lokal mit gemütlichem, gepflegtem Ambiente sowie deutscher, regionaler Küche. Telefon: 06052 3843 (Montag: Ruhetag)

Weitere Informationen

Tourist Information, Kurparkstr. 2, 63619 Bad Orb, Telefon 06052 830, Internet: www.bad-orb.info

In der historischen Altstadt zu bestaunen: das wohl kleinste Haus Hessens.
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Kuranlage: Blick auf die Therme und die Saline.
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 Einladend: Fachwerk und Maibaum.
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