Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Zwei weitere Pfälzer sterben am Coronavirus

Das Coronavirus.
Das Coronavirus.

Die Anzahl der Menschen, die in der Pfalz dem Coronavirus zum Opfer gefallen sind, ist am Wochenende auf sechs angestiegen. Bezogen auf ganz Rheinland-Pfalz meldete das Mainzer Gesundheitsministerium am Sonntag 18 Todesfälle gegenüber elf Opfern am Freitag.

Die Stadt Kaiserslautern verzeichnet den ersten Corona-Todesfall: Am Samstag ist nach RHEINPFALZ-Informationen ein 59-jähriger Mann verstorben, der im Krankenhaus behandelt worden war. Ebenfalls am Samstag ist im Donnersbergkreis eine 84-jährige Frau dem Virus erlegen, die sich in einem kritischen Zustand befunden hatte (RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete).

Für Verwirrung sorgte am Sonntag die tägliche Auflistung des Mainzer Gesundheitsministeriums, in der die aktuelle Anzahl der Corona-Infizierten sowie der Todesfälle genannt werden. Danach soll es auch im Kreis Südwestpfalz zu einen Todesfall gekommen sein. Landrätin Susanne Ganster bekräftigte auf Anfrage, dass es laut dem Gesundheitsamt bisher keinen Todesfall im Landkreis Südwestpfalz gegeben habe, der auf das Coronavirus zurückzuführen war. Auf Nachfrage räumte das Gesundheitsministerium ein, dass die als Todesfall gemeldete Person zwar positiv getestet wurde, dass sie aber an einer anderen Ursache als dem Virus verstorben sei.

2545 Patienten im Land

Bis Sonntag, 10 Uhr, waren in Rheinland-Pfalz 2545 Patienten registriert, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Am Samstag waren noch 2357 Betroffene gemeldet worden. Damit erhöhte sich die Anzahl der Infizierten gegenüber Freitag um insgesamt 444 Personen. In der Pfalz waren bis Sonntag, 10 Uhr, 777 Patienten bekannt geworden, die sich mit dem Virus infiziert haben. Das war ein Anstieg um 48 Fälle gegenüber Samstag (729 Infizierte) und um weitere 76 Fälle gegenüber Freitag (653 Infizierte). Die meisten Patienten verzeichnet weiter der Kreis Bad Dürkheim mit 160 Betroffenen. Am Freitag waren von dort noch 136 Erkrankte gemeldet worden. Die Stadt Ludwigshafen verzeichnete 54 (Samstag ebenfalls 54) Infizierte, die Stadt Kaiserslautern 52 (Samstag: 51) Infizierte.

Besuchsverbot für Heime verlangt

Die Städte Pirmasens und Zweibrücken wollen ein Besuchsverbot für Alten- und Pflegeheime verhängen. Sie fordern von der Landesregierung, dass sie ihnen das erlaubt. Unterstützt werden sie vom Kreis Südwestpfalz. Hintergrund: Pirmasens hatte wie andere Kommunen am 20. März eine eigene Corona-Schutzvorschrift erlassen, zu der ein kompletter Besucher-Bann für Heime gehörte. Drei Tage später kam aus Mainz dann eine Verordnung, die für landesweit einheitliche Regeln sorgen sollte. Danach darf ein Heimbewohner pro Tag einen Gast empfangen.

Die Oberbürgermeister aus Pirmasens und Zweibrücken sowie die Südwestpfalz-Landrätin finden: Das ist zu gefährlich, weil Besucher das Virus in die Heime einschleppen können, wo es sich rasant verbreiten könnte. Bei ihrer Forderung nach einem vollständigen Besucher-Stopp stützen sich die Kommunalpolitiker auf eine Stellungnahme des Südwestpfalz-Gesundheitsamts, die das Land angefordert habe. Das Mainzer Gesundheitsministerium erklärte daraufhin: „Wir sind dazu im Gespräch mit den Beteiligten vor Ort und erwarten eine zügige Einigung.“

Senioren-Anhuster geschnappt

Beamte des Mannheimer Polizeipräsidiums haben erstmals einen Corona-Anhuster erwischt: Der 30-Jährige soll am Samstagabend in einem Heidelberger Supermarkt einen 68-Jährigen von hinten angehustet haben, als der sich gerade nach Ware bückte. Außerdem habe der Angreifer sein Opfer mit dem Ellenbogen leicht angerempelt. Nun wird gegen den 30-Jährigen wegen Körperverletzung ermittelt. Die Polizei in Mannheim und Umgebung hatte mehrfach ähnliche Fälle vermeldet. jüm/rdz/tre/häm

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