BORNHEIM / LANDAU RHEINPFALZ Plus Artikel Wie manche Vögel auf die Eiseskälte reagieren

Störche können problemlos auf einem Bein stehen. Das andere kann derweil unter dem Gefieder gewärmt werden.
Störche können problemlos auf einem Bein stehen. Das andere kann derweil unter dem Gefieder gewärmt werden.

In Teilen der Pfalz wurden in der Nacht zum Donnerstag zweistellige Minusgrade registriert. Muss man sich Sorgen um die früh zurückgekehrten Vögel machen? Mit solchen Fragen wird derzeit Jessica Lehmann vom Storchenzentrum in Bornheim bestürmt. Ihre Antwort: „Die Störche kommen wohl wesentlich besser mit den Temperaturen zurecht als wir.“

Der Storch hat unter seinen Deckfedern, die ihn vor Regen schützen, viele Daunen, so Jessica Lehmann. Diese Flaumfedern halten sehr gut die Wärme. Aber: „Über die Beine strahlt er tatsächlich viel mehr Wärme ab.“ Doch Adebar weiß sich zu helfen: „Abwechselnd zieht er ein Bein an und wärmt es in seinem Gefieder.“ Lange auf einem Bein zu stehen, sei für einen Storch kein Problem. Sollte es frühen Rückkehrern doch zu kalt werden, fliegen sie ein paar Kilometer dorthin, wo die Temperaturen angenehmer sind.

Adebare finden auch im Winter meist Nahrung

Sollten Adebare jetzt gefüttert werden? „Da wir mit 410 Paaren im vergangenen Jahr eine stabile, freilebende Population haben und der Storch eine streng geschützte Tierart ist, raten wir davon ab“, sagt Lehmann. Die noch nicht allzu zahlreichen Rückkehrer würden meist Nahrung finden. Zudem halte es Adebar bis zu eine Woche ohne Nahrung aus. Auch die in der Pflegestation des Zentrums betreuten verletzten Störche vertilgen derzeit von dem bereitgestellten Futter viel weniger als sonst. Werde etwas Falsches verfüttert, könne dem Tier sogar Schaden zugefügt werden.

„Das Federkleid gibt ein gutes Luftpolster“

Und was ist mit den anderen Vögeln? – „Für die bei uns überwinternden Arten sind die niedrigen Temperaturen eigentlich kein Problem“, sagt Peter Keller, Präsident der Gesellschaft Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (Gnor). „Das Federkleid gibt ein gutes Luftpolster, sodass die Körperwärme gut gedämmt ist.“ Kritischer werde es, wenn der Schnee zu hoch und der Boden gefroren sei. „Dann wird die Nahrungssuche am Boden unmöglich.“ Nur beerentragende Sträucher würden dann noch etwas hergeben. Deshalb „ist das jetzt die Zeit für das Futterhäuschen, das mit Körnern aller Art und Weichfutter für Amsel, Rotkehlchen oder Zaunkönig bestückt werden soll“. Auch Trinkmöglichkeiten mit warmem Wasser helfen. „Unbedingt alles peinlich sauber halten, um Infektionskrankheiten vorzubeugen.“

Kraniche kehren bei Kälte einfach um

Manche Arten – wie in den letzten Tagen bei den Kranichen zu beobachten – kehren einfach um und fliegen wieder ein Stück zurück in wärmere Gefilde, fügt Gnor-Experte Christian Dietzen hinzu. Andere unterbrechen ihre Reise an Rastgebieten. Dann könne es auch bei Zugvögeln zum Stau kommen. Derzeit sei dies beim Kiebitz oder bei Drosselarten zu beobachten. Für reine Insektenfresser wie den Hausrotschwanz können dann Futterstellen die Rettung sein.

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