Kolumne
Was der Pfälzerwald braucht: Vor allem Rücksicht!
Diese Woche haben die Sommerferien in Rheinland-Pfalz begonnen. Eine repräsentative Umfrage hatte im Mai ergeben, dass die Hälfte der Deutschen auf den Urlaub ganz verzichten wollte, 31 Prozent gaben an, eine Reise innerhalb Deutschlands zu planen. Mit dem Rückgang der Infektionszahlen dürfte der Anteil der Deutschen, die es trotz Corona ins Ausland zieht, zwar mittlerweile wieder etwas gestiegen sein.
Doch die Mehrheit bleibt offenbar tatsächlich zu Hause. „Der aktuelle Trend zu mehr Urlaub im eigenen Land oder in der eigenen Region ist auch im Pfälzerwald und an der Weinstraße wahrnehmbar“, sagt Friedericke Weber, die Direktorin des Biosphärenreservats Pfälzerwald. Natürlich gibt es dazu keine exakten Zahlen. Aber: „Wir gehen da wirklich von unserer Wahrnehmung aus, die mit der Wahrnehmung anderer Leute, die häufig im Pfälzerwald unterwegs sind, übereinstimmt“, sagt die Sprecherin des Biosphärenreservats Stefanie Ofer.
Mehr Radfahrer als Wanderer?
In der Tat: Im Pfälzerwald war am ersten Ferienwochenende gut etwas los. Zwar auch nur ein subjektiver Eindruck: Aber stellenweise scheinen im Pfälzerwald mehr Besucher per Rad unterwegs zu sein als Wanderer. Ob der Pfälzerwald die Besucherwelle gut übersteht?
Friedericke Weber erinnert an ein paar Regeln und Vorschriften: Mountainbiken sei nur auf Waldwegen erlaubt, die breit genug sind, dass sie auch von einem Fahrzeug befahren werden können. Hunde, so sagt die Direktorin, sollten im Wald „grundsätzlich angeleint werden“, damit Wildtiere nicht gestört würden und auch aus Rücksicht auf andere Waldbesucher. Und: Auf den Wanderparkplätzen dürfe nicht übernachtet werden, was auch für die Besitzer von Wohnmobilen gelte.
Gedränge wie am Ostseestrand?
Wer jedoch viel im Pfälzerwald unterwegs ist, der weiß: Mountainbiker rasen auf schmalen Pfaden bergab, Hundebesitzer lassen ihre Vierbeiner frei laufen und Wohnmobilisten nächtigen gerne an den idyllischsten Ecken der Pfälzerwaldes. All diese Unarten werden in diesem Zuhause-Urlaubssommer wohl leider zunehmen.