Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Online-Ausgabe von „Wein am Dom“ wird zur Bühne für die Weinhoheiten der Pfalz

Die Hoheiten (von links): Saskia Sperl aus Freinsheim, Dorothea John aus Neustadt-Königsbach, Saskia Teucke aus Weisenheim am Sa
Die Hoheiten (von links): Saskia Sperl aus Freinsheim, Dorothea John aus Neustadt-Königsbach, Saskia Teucke aus Weisenheim am Sand, Sarah Krebs aus Friedelsheim und Denise Grauer aus Steinweiler.

„Wein am Dom“ ist von Freitag bis Sonntag ein großer Erfolg gewesen. Über 2000 Weinpakete für die zwölf Proben an drei Tagen sind nach ganz Deutschland gegangen, von Husum bis in den Bayerischen Wald. Die Weinhoheiten haben die für sie so seltene Gelegenheit genutzt, ihr Wissen über und rund um den Wein zu präsentieren – eine Bilanz des Quintetts.

Die Pfälzische Weinkönigin Saskia Teucke und die vier Wein-Prinzessinnen haben sich an der Seite von Wein-Experten aus ganz Deutschland präsentiert. Von der Kompetenz der Damen „schwerst beeindruckt“ zeigte sich Peer Holm, der Präsident der Deutschen Sommelier Union.

Saskia Teucke: Für die Pfälzische Weinkönigin und ihre Kolleginnen ist es am Wochenende von Null auf Hundert gegangen bei den Wein-Proben an drei Tagen an der Seite von Wein-Experten aus ganz Deutschland. Aber Saskia Teucke hat bei der Eröffnungsveranstaltung beim Thema Pfälzer Sekt und Secco gemeinsam mit der zugeschalteten Hamburgerin Stephanie Döring und der Speyerer Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler gleich das Eis gebrochen. Gut, Wein ist auch der Beruf der 25-Jährigen aus Weisenheim am Sand, die Marketingkauffrau arbeitet in der Weinkellerei der BASF in Ludwigshafen. „Das Wochenende haben wir gewuppt“, sagt Saskia Teucke rückblickend auf die drei spannenden Tage vor den Kameras und im Scheinwerferlicht. Sie hat als „bekennender Burgunderfan“ am Sonntagabend auch sechs Burgunder präsentiert, die „unterschiedlicher nicht hätten sein können“. Und das kam ihrem Naturell entgegen, denn sie probiert gerne „mal was aus“, mag auch die Aromarebsorten, „und es darf auch mal ein Riesling sein“.

Saskia Sperl: Die Freinsheimerin im Kreis der Weinhoheiten hat bei „Wein am Dom“ den bekanntesten Tropfen der Pfalz gehabt: Riesling als Schorlewein und Riesling pur. Außerdem hat Saskia Sperl, die in Pforzheim Marketing, Kommunikation und Werbung studiert und dann ihr Hobby zum Beruf gemacht und bei der Winzergenossenschaft in Ruppertsberg angefangen hat, zum Abschluss den Riesling (Michelsberg) der Lebenshilfe Bad Dürkheim vorgestellt. Beim großen Finale, das „Royale Entdeckungen“ hieß, hat jede der fünf Weinhoheiten am Sonntagabend einen speziellen Tropfen präsentiert. Die Frage, ob es einen echten Schorlewein gibt, stellt sich für sie gar nicht. Auch Riesling in Ein-Liter-Flaschen „kann man pur trinken“, erklärt die 24-Jährige. Spannend findet Saskia Sperl die in Holz ausgebauten Rieslinge. Für sie macht den Riesling seine Vielseitigkeit aus: „Es ist die Rebsorte, die sehr nach dem Terroir geht. Ist der Boden ein Buntsandstein, ist der Wein fruchtig frisch, bei Kalkstein-Schiefer-Böden eher mineralisch.“

Dorothea John: „Die Pfalz kennt uns noch gar nicht“, sagt Dorothea John aus Neustadt Königsbach. Die Termine für die Weinhoheiten waren dünn gesät. Doch daran hat „Wein am Dom“ definitiv etwas geändert. Die mit 23 Jahren Jüngste im Bunde der Weinhoheiten sagt über das intensive Wochenende: „Es war schon aufregend, aber wir hatten backstage viel Spaß zusammen.“ Und endlich hatte das Quintett auch einen gemeinsamen Termin. Ihren Bachelor in Internationaler Weinwirtschaft hat Dorothea John in der Tasche und wird nun noch den Master dranhängen. Die Hobby-Imkerin, die im Betrieb der Familie auf dem Hirschhorner Hof arbeitet, mag Riesling, Chardonnay und Spätburgunder. Der Rote ist unter anderem ihr Thema gewesen am Wochenende. Der Spätburgunder oder Pinot Noir „ist kein schwerer Rotwein. Er ist recht hell“, erklärt die 23-Jährige mit Blick auf Bordeaux-Weine, die im Vergleich dazu „fast schwarz“ sind. Es ist eine hochwertige Rebsorte, die „eher das kühlere Klima liebt und die eine tolle Aromenvielfalt auszeichnet“.

Sarah Krebs: Am Montagmorgen war sie doch noch etwas müde vom Wochenende, aber dann ist sie wieder raus an die Luft und „durch den Wingert gekraxelt“, und schon war wieder alles gut: Für Sarah Krebs, die Weinprinzessin aus Friedelsheim, war „Wein am Dom“ eine Entschädigung für vieles. Dass es so wenig Termine für sie als Weinhoheit gibt, findet die 24-Jährige, die Weinbau studiert hat und aus einer Winzerfamilie kommt, schade. „Aber wir machen das Beste daraus“, sagt Sarah Krebs, die Aroma-Rebsorten mag und deshalb auch ganz begeistert war, dass sie am Samstag eine entsprechende Weinprobe mit Experte Toni Askitis hatte. „Ich bin ein Riesenfan von Muskateller, Sauvignon blanc und Riesling“, sagt sie. In den elterlichen Betrieb will sie eines Tages natürlich einsteigen. Doch aktuell arbeitet sie in der Südpfalz, um auch die besser kennenzulernen – im Weingut „Graf von Weyher“. Und außerdem lebt ihr Traum, auch noch ins Ausland zu gehen, „aber nur in ein Land, in dem im Frühjahr Herbst ist, damit ich im Herbst zurück bin“.

Denise Grauer: Der Juristin unter den Weinhoheiten ist die Aufgabe zugefallen, sich mit einem Mauerblümchen zu befassen. Doch siehe da, der Rosé hat es der Südpfälzerin angetan, die zwischen Steinweiler und Hamburg, wo sie als Rechtsanwältin arbeitet, pendelt. Das Fazit der 32-Jährigen, die bei „Wein am Dom“ zudem den aktuellen Jahrgang vorgestellt hat: „Rosé ist kein Randthema und sollte es auch nicht sein.“ Früher, sagt sie, da gab es Weißwein oder Rotwein und nichts dazwischen, oder fast nichts. Aber nach diesem Wochenende, in dessen Vorfeld sie alle Winzerinnen und Winzer, deren Weine sie präsentierte, persönlich besucht hat, sieht sie den Rosé mit anderen Augen. „Er liegt im Trend, dazu kommt, dass er jetzt auch noch sehr gut in die Zeit passt, an Weihnachten zu Gans und Knödel geht er nicht. Aber zum Sommer schon, weil er spritzig und erfrischend, zum Grillen toll ist und Laune macht.“ Es muss jedenfalls kein provenzalischer Rosé sein, plädiert Denise Grauer, „den brauchen wir nicht, das können wir in der Pfalz auch“.

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