Pfalz Köln: Maike Kohl-Richter übernimmt Klage des Altkanzlers

Maike Kohl-Richter und ihr Anwalt Thomas Hermes (rechts hinter der Witwe) kommen zum Oberlandesgericht.  Foto: Rolf Vennenbernd/
Maike Kohl-Richter und ihr Anwalt Thomas Hermes (rechts hinter der Witwe) kommen zum Oberlandesgericht.

Maike Kohl-Richter ist am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht Köln erschienen, um dort ein Klageverfahren ihres gestorbenen Mannes Helmut Kohl zu übernehmen. Es geht dabei um die Klage des Altkanzlers gegen das Buch „Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle“. Das Landgericht Köln hatte im April 2017 entschieden, dass das Buch Kohls Persönlichkeitsrecht schwer verletzt habe. Es sprach ihm deshalb die Rekord-Entschädigung von einer Million Euro zu. Die Autoren Heribert Schwan und Tilman Jens sowie der Heyne-Verlag aus der Verlagsgruppe Random-House bestritten die Vorwürfe und gingen gegen das Urteil in Berufung.

Vor „Geschichtsklitterung“ bewahren



Das Oberlandesgericht muss nun entscheiden, ob Kohls Entschädigungsanspruch mit seinem Tod erloschen ist oder auf seine Witwe und Erbin übergeht. In einer Stellungnahme an das Gericht vertreten Kohl-Richters Anwälte unter anderem die Überzeugung, dass für den ehemaligen Bundeskanzler andere Maßstäbe gälten. Er sei eine „absolute Person der Zeitgeschichte von herausragender Bedeutung“, argumentieren sie. Auch im Interesse der Allgemeinheit müsse er deshalb vor „Geschichtsklitterung und Geschichtsfälschung“ bewahrt werden.

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