Pfalz Großübung der Bundespolizei mit 1500 Teilnehmern in Dahn

Die Bundespolizei übt für eine Großdemo.
Die Bundespolizei übt für eine Großdemo. Foto: Harald Reisel

[Aktualisiert Dienstag 11.46 Uhr] Die Großübung der Bundespolizei im Dahner Felsenland spielt sich seit Dienstagvormittag unter anderem am Bahnhof in Dahn ab. Dort mimen Polizeischüler demonstrierende Atomkraftgegner. Einsatzkräfte des Landes Rheinland-Pfalz, aus Hessen und von der Bundespolizei trainieren dabei zum Beispiel, wie sie gemeinsam gewaltbereite Störer in den Griff bekommen. Am Dahner Ortsrand stehen zwei Wasserwerfer bereit, die eigentlich in St. Augustin bei Bonn stationiert sind. Was passiert, steht in einem „Drehbuch“, das auch die übenden Beamten nicht kennen. Sie müssen daher spontan reagieren. Deshalb fahren auch immer wieder Fahrzeugkolonnen der Polizei durchs Dahner Felsenland, die den Verkehr behindern. Angenommene Ausgangslage war am Morgen eine Demonstration mit etwa 400 Personen im Raum Dahn. Die Bundespolizei hat außerdem eines der Szenarien verraten, mit denen die Beamten konfrontiert werden: Auf den Gleisen der Wieslauterbahn wird ein Lastwagen stehen, der die Trasse für einen heranfahrenden Zug blockiert.

Polizei riegelt Bahnhof Dahn ab

Um circa 9.15 Uhr traff ein Sonderzug älterer Bauart in Dahn am Bahnhof ein. Zeitgleich riegelte die Polizei den Bahnhof ab. Zuschauer wurden weggeschickt. Das war doch sehr verwunderlich für die Dahner Bevölkerung. Später folgte eine Übungs-Demonstration. Dabei wird gerufen:„ Atomkraft Attacke, wir wollen Frieden und wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut“. Zwischen 8.30 und 17 Uhr werden eine Vielzahl von Einsatzkräften und Einsatzfahrzeugen mit laufenden Sondersignalen zu erkennen sein, teilt die Polizei am Dienstagmorgen mit. Es wird im Dahner Felsenland im Tagesverlauf immer wieder zu kurzzeitigen Straßensperrungen kommen. Die Bundespolizei bemüht sich nach eigenen Angaben aber, die Behinderungen so gering wie möglich zu halten. Bei der Übung werden auch Wasserwerfer und ein Hubschrauber zum Einsatz kommen. Dabei kann es kurzzeitig zu Lärm- und Rauchbelästigungen kommen. Abseits der Öffentlichkeit trainieren die Kräfte der Bundespolizei aus Bad Bergzabern,Sankt Augustin, Bayreuth, Bad Düben, sowie der Mobilen Kontroll- und Überwachungseinheit der Bundespolizeidirektion Koblenz gemeinsam mit der Bereitschaftspolizei aus Hessen und Rheinland-Pfalz das gemeinsame taktische Vorgehen. Außerdem wird während der Übung der behördenübergreifende Einsatz von Digitalfunk überprüft und geübt. Schließlich sollen die Übungsergebnisse in die bestehenden Sicherheitskonzepte einfließen.

Etwa 100 rheinland-pfälzische Landes-Polizisten

Rheinland-Pfalz und Hessen werden jeweils rund 100 Kräfte aus Einsatzhundertschaften abstellen. Die übrigen Beamten kommen von der Bundespolizei. Die ist zuständig, wenn Demonstranten zum Beispiel Gleise blockieren oder wenn Hooligans in Zügen randalieren. Sobald solche Gruppen die Bahnanlagen verlassen, muss sich aber in der Regel die Polizei des jeweiligen Bundeslandes um sie kümmern. Bei der Übung am Dienstag werden auch Beamte mitmachen, die zu einer Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) der Bundespolizei gehören. Sie sind für Auseinandersetzungen mit besonders aggressiven Gewalttätern gerüstet. Spezialfahrzeuge sollen ebenfalls eingesetzt werden. „Realitätsnahe Übungen wie diese sind nur gemeinsam möglich, da nur so die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stehen und Synergien genutzt werden können“, sagt Polizeidirektor Michael Sziele, Leiter der Bundespolizeiabteilung Bad Bergzabern.

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