Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Ein steiniger Weg für die Heilsbach

Andreas Ganter
Andreas Ganter

Mit dem Abschied von der Heilsbach zieht sich das Bistum weiter aus der Fläche zurück. Für das Bildungshaus kann das zum Segen werden.

Ein wesentlicher Teil der finanziellen Misere der Heilsbach liegt darin, dass dort über Jahrzehnte Theologen den Ton angaben. Sie mögen begnadete Seelsorger gewesen sein, aber zum Betrieb einer Einrichtung dieser Ausmaße gehört nicht nur ein bisschen, sondern ein umfassendes Verständnis der Betriebswirtschaft.

Im Stiftungsrat und jetzt im Trägerverein sitzen zwar immer noch zwei Theologen, aber sie haben nur zwei von sieben Stimmen. Die jetzigen Spitzenleute vermitteln Kompetenz, an der es in der Vergangenheit berechtigten Zweifel gab. Es ist gut und wichtig, dass die Verantwortlichen den Charakter der Heilsbach erhalten wollen und sich dem Erbe von Johannes Urich verpflichtet sehen. Stiftungsratsvorsitzender Erich Schlick spricht von einem „steinigen Weg“ in den kommenden Jahren. Da hat er wohl recht.

Rückläufige Einnahmen machen der Diözese zu schaffen

Aber der Weg des Bistums Speyer wird ungleich steiniger werden. Kirchenaustritte und rückläufige Einnahmen machen der Diözese zu schaffen. Sie wandelt auf dem schmalen Grat, sparen zu müssen und gleichzeitig präsent zu sein. Die Heilsbach ist nur eine von mehreren Einrichtungen, die vom Sparkurs bedroht sind. Wo immer die Kirchenleitung in Speyer den Rotstift ansetzt, wird sie in den nächsten Jahren Protest ernten. Dafür braucht sie ein dickes Fell – oder kluge Köpfe, die ihnen einen gesichtswahrenden Weg aus der Misere weisen. In der Heilsbach scheint das zu klappen.

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