Zwischen Landstuhl und Frankenthal
Die Autobahn 6 wird auf Jahre zur Dauerbaustelle
Zwei große Vorhaben sorgen dafür, dass der pfälzische Anteil an der Autobahn 6 in den nächsten fünf Jahren ganz neu wird. Im Umkehrschluss heißt das: Zwischen Frankenthal und Landstuhl bleiben Baustellen noch lange ein gewohntes Bild.
Viele Bagger und Laster bei Kaiserslautern
Die beiden Großprojekte verteilen sich gerecht auf die Vorder- und auf die Westpfalz. Seit Sommer vergangenen Jahres erneuert die Autobahn GmbH die A6 zwischen den Anschlussstellen Frankenthal und Wattenheim grundhaft. Grundhaft bedeutet: Es wird nicht nur die Deckschicht der Straße, sondern der gesamte Unterbau ausgetauscht. Zudem werden auch die Entwässerungsrohre, die Leitplanken und auch die Brücken neu gebaut oder erneuert. 1100 Meter zwischen Wattenheim und Frankenthal sind in Richtung Mannheim geschafft. Ab Juni dieses Jahres werden in gleicher Richtung vier Kilometer neu gebaut. Dieser Bauabschnitt soll bis März 2028 fertig sein. Danach nehmen sich die Autobahnbauer 3,4 Kilometer in der entgegengesetzten Fahrtrichtung vor. Das Ganze soll 27 Millionen Euro kosten.
Der Streckenabschnitt zwischen Kaiserslautern-Ost und Landstuhl kommt zeitlich versetzt an die Reihe. Nachdem die A6 zwischen Enkenbach und Kaiserslautern-Ost in den vergangenen Jahren grundhaft erneuert wurde, geht’s nun westwärts weiter: Ab nächstem Jahr ist die Autobahn in Höhe des Stadtgebiets von Kaiserslautern dran.
Fußball-WM-Autobahn
Ab Kaiserslautern-West ist Richtung Saarland dann ein anderes Autobahn-Bauamt zuständig, nämlich die Außenstelle Kaiserslautern. Die plant, ab 2027 den gesamten Autobahnabschnitt zu erneuern, der für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 auf drei Fahrspuren ohne Seitenstreifen verbreitert worden war. „Nach 20 Jahren muss das gemacht werden“, sagte Johannes Grünewald von der Autobahn GmbH Neunkirchen am Montag. Die Erneuerung werde mit dem Abschnitt Kaiserslautern West bis Einsiedlerhof beginnen und dann nach und nach bis Landstuhl fortgesetzt. Der letzte Abschnitt bis Landstuhl werde jetzt „Pi mal Daumen“ nächstes Jahr geplant, 2028 vorbereitet und ab 2029 gebaut.
Tempo 80 bei Ramstein wird verschwinden
Dann werde man auch drangehen und eine langjährige Problemstelle beseitigen: Momentan wird der Verkehr in Höhe von Ramstein in beiden Fahrtrichtungen auf Tempo 80 abgebremst. Wegen einer Brücke sind die Abfahrtsspuren zu kurz. Weil das gefährlich ist, müssen alle Autofahrer die Geschwindigkeit reduzieren. Das aber führt zu plötzlichen Bremsmanövern von Autofahrern, die die Stelle nicht kennen und plötzlich die Radarfalle sehen, und damit hin und wieder zu Auffahrunfällen oder gefährlichen Situationen.
Auch die Autobahn nach Mainz ist reif
Die Autobahn 63, die Kaiserslautern mit Mainz und dem Rhein-Main-Gebiet verbindet, ist im pfälzischen Abschnitt erst gut 20 Jahre alt, aber ebenfalls reif für eine Sanierung. Diese begann im April vergangenen Jahres. Der erste Abschnitt, knapp sechs Kilometer in Richtung Mainz, ist abgeschlossen. Ab dem kommenden April wird während eines Jahres ein neun Kilometer langer Abschnitt von Göllheim in Richtung Kaiserslautern saniert, hierzu werden die Fahrstreifen im Bereich der Baustelle verengt. Ab April 2027 schließen sich weitere neun Kilometer Richtung Kaiserslautern an und in den dann folgenden Jahren zwei Abschnitte in Richtung Mainz. Auch dieses Vorhaben könnte ins nächste Jahrzehnt hineinragen.
Für die Südpfalz hält man sich bedeckt
In der südlichen Vorderpfalz und in der Südpfalz stehen zunächst nur kleinere Projekte an. Größere könnten aber hinzukommen. Für diesen Bereich ist die Autobahn GmbH Stuttgart zuständig. Diese hat bisher nie ihre Baumaßnahmen, die nicht unmittelbar in den nächsten drei, vier Wochen aufgenommen wurden, verraten. Der Grund: Die Stuttgarter wollten Beschwerden vermeiden, falls bei einem Projekt ein angekündigter Zeitplan nicht eingehalten wird.