Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel BASF fördert Demokratieprojekte an Schulen

Wissen um demokratische Prozesse möchte die BASF in Schulen an Jugendliche vermitteln. Auf dem „Lehrplan“ steht dann unter ander
Wissen um demokratische Prozesse möchte die BASF in Schulen an Jugendliche vermitteln. Auf dem »Lehrplan« steht dann unter anderem auch Wahlrecht.

Die BASF erweitert ihr gesellschaftliches Engagement: Der Chemiekonzern hilft Grundschulen bei der Gestaltung des Ganztagsangebots und fördert das Thema Demokratie.

Das Tempo, mit dem sich zuletzt in Deutschland die politische Gemengelage verändert hat, und die Perspektive, dass in diesem Herbst und im kommenden Frühjahr mit der OB-Wahl in Ludwigshafen und der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz wichtige Weichenstellungen für die Region anstehen – diese beiden Aspekte führt Anna Katharina Rapp als Grund dafür an, dass die BASF sich ab sofort stark für Demokratieförderung bei Jugendlichen engagieren möchte. Das sei „so wichtig wie noch nie“, sagt die Chefin des Gesellschaftlichen Engagements, am Stammsitz des Chemiekonzerns bei der Vorstellung der neuen Betätigungsfelder am Mittwoch.

Das Projekt „Erste Wahl“ nimmt – der Name verrät es – junge Leute an weiterführenden Schulen in den Blick, die bei den genannten Terminen zum ersten Mal ihre Stimme abgeben dürfen. Fünf Ludwigshafener Bildungseinrichtungen haben sich für die Teilnahme angemeldet: Neben der Berufsbildenden Schule Wirtschaft II und dem Theodor-Heuss-Gymnasium sind das die Integrierten Gesamtschulen Ernst Bloch und Edigheim und mit der Schloss-Schule Oggersheim auch eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen. Drei weitere Schulen können sich nach den Worten Rapps noch bei BASF für das gemeinsam mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung entwickelte Demokratieprojekt melden.

Preiswürdiges Programm

Bis zu 1000 Schüler, so die Hoffnung der Verantwortlichen, sollen dann im Laufe eines Jahres bei Workshops Informationen zu politischen Themen wie Wahlrecht bekommen, aber auch Medienkompetenz vermittelt bekommen – etwa das Erkennen von und den Umgang mit falschen oder gefälschten Nachrichten, sogenannten Fake News. Projekte zur Demokratieförderung gebe es bereits für BASF-Mitarbeiter. Stabile politische Verhältnisse seien ein Standortfaktor für den Konzern, begründet Anna Katharina Rapp. Und der Einsatz dafür ist auch ein Imagefaktor: Die BASF steht mit ihrem Konzept in der Kategorie „Gemeinsam für Demokratie und Menschenrechte“ auf der Shortlist des Deutschen Preises für Unternehmensengagement, den die Non-Profit-Organisation UPJ vergibt.

Mit den Folgen politischer Weichenstellungen beschäftigt sich Rapps Team auf einem weiteren neuen Feld: dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen, der in Rheinland-Pfalz ab Sommer 2026 zunächst für Erstklässler gilt und bis zum Schuljahr 2029/30 dann für alle Klassenstufen eingeführt wird. Diese gesetzliche Vorgabe sei für Kommunen wie die Stadtverwaltung Ludwigshafen eine gewaltige Herausforderung. Seit dem Schuljahr 2024/25 unterstützt die BASF deshalb im Rahmen eines Pilotprojekts „hochwertige Nachmittagsangebote“ in fast allen Ludwigshafener Grundschulen. Das Programm hat zehn verschiedene Bereiche – darunter Sport, Naturwissenschaften, Theater und Musik. Für die Arbeitsgemeinschaften existieren Kooperationen beispielsweise mit der Pop-Akademie oder Alba Berlin. Das Projekt „Gemeinsam den Ganztag gestalten“ umfasse neben den konkreten Angeboten aber auch Beratung für die Stadt bei Organisation und Personalsuche.

Für die BASF sei das Engagement in diesen und weiteren Bildungsprojekten wie der Wissensfabrik oder mit den eigenen Schülerlaboren im Besucherzentrum Teil einer Strategie, den Standort Ludwigshafen „zukunftsfähig“ zu gestalten. Das beziehe sich nicht nur auf das Unternehmen selbst, sondern auch auf die Stadt und die Nachbarschaft. Gemeinsam mit dem Kulturprogramm ist das der BASF nach Rapps Auskunft jedes Jahr einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag wert.

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