Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Alles über den Goldbarren-Fund: „Es krachte im Mähwerk“

Straßenwärter Sascha Salzmann mit seinem Finderlohn.
Straßenwärter Sascha Salzmann mit seinem Finderlohn.

Straßenwärter Sascha Salzmann entdeckt bei Pirmasens am Straßenrand 30 Goldbarren. Er ist ein ehrlicher Finder und wird dafür von einem zugeknöpften Schweizer Unternehmen belohnt.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt – manchmal aber eben doch: einen unglaublichen Fund machte Straßenwärter Sascha Salzmann im vergangenen Oktober bei Pirmasens am Straßenrand, als ihm kleine Goldbarren im Wert von mehreren tausend Euro entgegen funkelten. Weil er sich als ehrlicher Finder erwies, durfte er sich am Donnerstag nun über seinen wohlverdienten Finderlohn freuen.

Was hat da gescheppert?

„Bei uns liegt sogar das Gold auf der Straße“, scherzte der Pirmasenser Oberbürgermeister Markus Zwick angesichts der ebenso abenteuerlichen wie rätselhaften Geschichte. Seit 1992 ist Salzmann, der in Herschberg wohnt, Mitarbeiter der Straßenmeisterei Waldfischbach-Burgalben (beides Kreis Südwestpfalz). Zu seinen Aufgaben gehört auch die Pflege der Randstreifen, und so befuhr er mit seinem Unimog am 18. Oktober 2019 die Bundesstraße 270, um den Grünstreifen zu mähen. Auf dem vierspurigen Abschnitt kurz vor Pirmasens stadteinwärts unterwegs, registrierte er plötzlich ein Krachen im Mähwerk: „Es ist passiert, als ich dort zum zweiten Mal vorbeigekommen bin; natürlich bin ich sofort ausgestiegen, um zu sehen, was da gescheppert hat.“

Er fand goldglänzendes Metall, teilweise in scheckkarten-ähnliche Hüllen eingeschweißt, und Teile einer Box. Beim genaueren Hinsehen wurde ihm klar, dass er hier wohl den bisher spektakulärsten Fund seines Lebens gemacht hatte: Was dort funkelte, war ohne Zweifel Gold. „Es war Freitagmittag, da hat ja keine Behörde mehr auf; also hab ich alles erst mal mit nach Hause genommen und die Polizei angerufen“, so der Finder.

Barren teils regelrecht verbogen

Er hatte gründlich eingesammelt, was das Mähwerk hinterlassen hatte: insgesamt waren es 30 Plastikhüllen mit Barren zu je 2,5 Gramm mit einem geschätzten Wert von 3900 Euro. Einige der Hüllen waren nur gering beschädigt, andere hatte der Mäher vollständig zerschlagen. Salzmann: „Es waren Barren dabei, die regelrecht verbogen waren.“ Gleich montags gab er das Gold bei der Fundstelle in Thaleischweiler-Fröschen (Kreis Südwestpfalz) ab, die es wiederum nach Pirmasens weiterleitete, da die Barren auf städtischer Gemarkung gelegen hatten.

Goldstücke waren nicht als gestohlen gemeldet

Natürlich löste das eine Welle von Nachforschungen aus: Waren hier dunkle Geschäfte im Spiel? War es Diebesgut? Die Polizei gab diesbezüglich Entwarnung – keiner der registrierten Barren war als gestohlen gemeldet. Mit dem Schweizer Unternehmen Produits Artistiques Métaux Précieux (PAMP) wurde jedoch der Hersteller und Versender des Goldes ermittelt. Diese Firma hatte die Barren mit einem Kurierdienst zum Besteller der Waren geschickt, jedoch war die Sendung dort nie angekommen. Nicht bekannt ist bis heute, wie die Lieferung aus dem Fahrzeug hatte auf die Straße fallen können. Ob sie neben den bei Pirmasens gefundenen Goldbarren aus weiteren, ebenfalls verschwundenen Teilen bestand, wollte PAMP nicht mitteilen.

Dank an den ehrlichen Finder

Das Unternehmen, das nach eigenen Angaben die Angelegenheit bereits versicherungstechnisch geklärt hat und zu dem die Fundstücke jetzt zurückgeschickt werden, zeigte sich großzügig gegenüber dem ehrlichen Finder: mit fünf Goldbarren (7,5 Gramm) bedankten sich die Schweizer für das vorbildliche Verhalten des Pfälzers. Den Finderlohn überreichte am Donnerstag OB Zwick an Salzmann, der in all den Jahren der Grünpflege schon so manches Abenteuerliche erlebt hat: „Einmal hatte ich ein Kinderfahrrad vor dem Mäher. Ich hab es abgegeben, aber niemand hat sich gemeldet. Irgendwann durfte ich es behalten, meine sechsjährige Tochter hat sich gefreut.“

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