MAINZ
111 Coronavirus-Patienten in Rheinland-Pfalz auf Intensivstation
Nach Angaben des Mainzer Gesundheitsministeriums sind mit Stand Donnerstag, 10 Uhr, landesweit 5156 Infizierte registriert. Das sind 124 Fälle mehr als am Mittwoch (siehe Grafik). Damit liegt die Zunahme leicht über dem Niveau der vergangenen Tage.
In der Pfalz haben die Gesundheitsämter bis Donnerstag, 10 Uhr, insgesamt 1690 Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das sind 39 Fälle mehr als bis Mittwoch bekannt wurden. Die Anzahl der Corona-Todesopfer in der Pfalz hat sich am Donnerstag um eine Person auf 20 erhöht. Es handelt sich um einen 80-Jährigen, der auf der Intensivstation des Speyerer Diakonissen-Stiftungs-Krankenhauses verstorben ist, wie eine Kliniksprecherin informierte. Keine Angaben wurden zur Frage gemacht, wo der Patient gelebt hat.
Verdopplung der Todesfälle: Zuletzt in neun Tagen
Seit dem ersten Auftreten der Corona-Pandemie Ende Februar sind in Rheinland-Pfalz bis Donnerstagvormittag 90 infizierte Menschen gestorben. Das sind sechs mehr als noch am Mittwoch. Die Anzahl der Todesfälle hat sich in Rheinland-Pfalz damit zuletzt innerhalb von neun Tagen verdoppelt. In einigen Bundesländern ist die Lage noch dramatischer: Im Saarland (83 Verstorbene bei 2275 Infizierten) liegt die Verdopplungszeit bei den Todesfällen aktuell bei sechs Tagen, in Berlin und Hamburg bei sieben Tagen.
Über 100 Corona-Patienten aktuell auf Intensivstationen
In Rheinland-Pfalz werden nach derzeitigem Stand 111 Covid-19-Fälle in Krankenhäusern auf einer Intensivstation behandelt, 75 Prozent dieser Patienten müssen beatmet werden. Diese Angaben gehen aus dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervor.
Derzeit sind in den rheinland-pfälzischen Krankenhäusern 585 Intensivbetten belegt, die freien Kapazitäten gab das Divi-Register am Donnerstag mit landesweit 558 Betten an. Seit Donnerstag müssen Kliniken mit Intensivstation aufgrund einer Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums jeden Tag bis 9 Uhr ihre aktuellen Bettenkapazitäten an das Divi-Intensivregister melden.
Mitarbeiter von Sozialstation ist mit dem Virus infiziert
Bei der Christlichen Sozialstation Bad Dürkheim/VG Freinsheim ist ein Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet worden. Das hat am Donnerstag die Sozialstation mitgeteilt. Zwei Mitarbeiterinnen, die mit dem Kollegen Kontakt hatten, befinden sich in Quarantäne im Homeoffice. Die von dem 51-jährigen Pfleger betreuten Patienten weisen nach Angaben der Sozialstation keinerlei Symptome auf. Laut dem Gesundheitsamt sind die Patienten, die Kontakt zum Erkrankten hatten, informiert worden.
Läden dürfen für Öffnung Verkaufsflächen abtrennen
Läden mit einer Verkaufsfläche von maximal 800 Quadratmetern dürfen ab Montag wieder öffnen. Das war ein Ergebnis der Telefonkonferenz der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin vom Mittwoch. Am Donnerstag hat die Mainzer Staatskanzlei erklärt, wie das mit den 800 Quadratmetern zu verstehen ist: Für die Frage, welche Läden ab Montag wieder öffnen dürfen, ist nicht die gesamte Verkaufsfläche eines Geschäftes maßgeblich, sondern nur diejenige Fläche, die ab Montag den Kunden zum Einkaufen zugänglich ist.
Mit anderen Worten: Um die Begrenzung von höchstens 800 Quadratmetern nicht zu überschreiten, dürfen die Einzelhändler auch Flächen abtrennen und für Kunden sperren. Beispielsweise, indem in mehrstöckigen Häusern eine Etage geschlossen wird.
„Für uns ist dies ein Gebot der Gleichbehandlung und der rechtlichen Klarheit“, erläuterte eine Regierungssprecherin die Abweichung. Für alle Ladenbesitzer gelten weiterhin Hygienevorgaben, Abstandsregelungen und eine Begrenzung von einem Kunden pro zehn Quadratmeter. Die rot-gelb-grüne Landesregierung empfiehlt zudem beim Einkaufen dringend das Tragen einer nicht-medizinischen Alltagsmaske in Form einer textilen Barriere.
Neue Verordnung für diesen Freitag angekündigt
Das Mainzer Gesundheitsministerium bereitet eine weitere Rechtsverordnung zu den Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus vor. Die aktualisierte Fassung der Corona-Bekämpfungsverordnung (CoBeLVO) soll jene Beschlüsse in rheinland-pfälzisches Recht umsetzen, die am Mittwoch von Bund und Ländern vereinbart wurden, wie eine Sprecherin des Ministeriums mitteilte. Die Verordnung werde voraussichtlich bis Freitag veröffentlicht.
„Solibrot“ je nach persönlicher Kassenlage
Um Mitbürgern in einer finanziell schwierigen Lage zu helfen, hatte Carsten Leinhäuser, katholischer Pfarrer in Winnweiler (Donnersbergkreis), eine Idee im Zusammenhang mit Brot. In dem Bäcker Klaus Brand aus Kirchheimbolanden fand er dabei einen Partner. Beide entwickelten das Konzept des „Solidaritätsbrotes“: Je nach ihrer persönlichen Situation können Kunden in der Winnweiler-Filiale des „Donnersbäckers“ ein 500-Gramm-Weizenmischbrot für nur einen oder auch für vier Euro erstehen.
Alle Daten zur Corona-Krise in der Pfalz gibt es hier.