Panorama Unerwartetes Geschenk aus der Pfalz

Alexej ist den RHEINPFALZ-Lesern für den Rollstuhl sehr dankbar. Der Ukrainer leidet an der Glasknochenkrankheit.
Alexej ist den RHEINPFALZ-Lesern für den Rollstuhl sehr dankbar. Der Ukrainer leidet an der Glasknochenkrankheit.

«Charkiw.» Der superleichte und zusammenklappbare Rollstuhl ist einsatzbereit. Alexej Jurewitsch Sazonow aus dem ostukrainischen Charkiw freut sich riesig über das Geschenk aus der Pfalz. Eine spontane Spendenaktion von RHEINPFALZ-Lesern hatte es möglich gemacht.

Alexejs traurige Geschichte und sein beeindruckender Lebensmut hatten die Leser nicht unberührt gelassen. Nachdem der Beitrag über den seit seiner Geburt an Glasknochenkrankheit leidenden jungen Mann in der RHEINPFALZ am SONNTAG erschienen war, meldeten sich spontan einige Leser in der Redaktion. Sie wollten helfen. Einige brachten Geld persönlich vorbei, Leser Frank Kurz aus Böhl-Iggelheim organisierte eine Spendenaktion im Internet. Als größte Einzelspende kamen 1000 Euro anonym in einem Briefumschlag an. 4135 Euro wurden auf diese Weise für Alexej gesammelt, der unweit des Kriegsgebiets in der Ostukraine lebt und staatlicherseits so gut wie keine Unterstützung erhält. Seine Frau muss ihn täglich die Treppe zur Wohnung hinauf und wieder hinunter tragen, da das Haus keinen Aufzug besitzt.

Neuer Rollstuhl durch Spenden

Sein neuer, ganz auf seine Bedürfnisse zugeschnittener Rollstuhl, den die Duderstadter Firma Ottobock in Rekordzeit und unentgeltlich in die Ukraine gebracht hat, ist leichter und viel einfacher zu bedienen als der alte, sagt Alexej. Von dem Spendengeld aus der Pfalz wird sogar noch einiges übrig bleiben, sobald die Rechnung für den Rollstuhl angekommen und bezahlt ist. Alexej überlegt nun, ob er das Geld spart für die teuren Medikamente aus dem Ausland, die er früher oder später wieder brauchen wird. Seine Krankheit schreitet derzeit nicht fort. Aber wie lange diese Phase anhalten wird, wissen auch seine Ärzte nicht.

Computer für Schulabschluss benötigt

Andererseits braucht er dringend einen guten Computer. Denn Alexej hat wegen seiner Krankheit keinen Schulabschluss machen können und hat auch keine Berufsausbildung. Mit Buchhaltungsservice von zuhause aus ernährt Alexej seine kleine Familie. Wider Erwarten und gegen die Vorhersagen der Mediziner haben seine Frau Mara und er vor fünf Jahren nämlich einen Sohn bekommen. Und Timur ist Alexejs größtes Glück. Das Spendengeld liegt unterdessen auf einem deutschen Konto. So wird verhindert, dass es weniger wird. Denn die ukrainische Währung Griwna verliert kontinuierlich an Wert.

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