Panorama Stiere sollen wieder sterben
«Madrid.» Auf Mallorca dürfen Toreros in der Arena wieder Stiere töten. Ein vom Regionalparlament der Balearen verhängtes Verletzungs- und Tötungsverbot wurde vom spanischen Verfassungsgericht gekippt. Das Gericht erklärte mehrere Artikel des im Juli 2017 reformierten Gesetzes über Stierkämpfe und Tierschutz für verfassungswidrig. Das Regionalparlament der Balearen in Palma de Mallorca habe mit dem Verbot seine Kompetenzen überschritten, befanden die Richter, wie gestern Medien unter Berufung auf Justizkreise berichteten. Da der Stierkampf 2013 zum nationalen Kulturgut erklärt worden sei, könne nur der Zentralstaat darüber entscheiden, hieß es. Der offizielle Urteilstext soll erst in den nächsten Tagen bekannt werden. Die Richter waren von der Volkspartei (PP) des damaligen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy angerufen worden. Die Stiftung „Fundación Toro de Lidia“ (Stiftung Kampfstier) hatte das Tötungsverbot als „Barbarei“ bezeichnet. Durch die Reform werde „der Stierkampfkunst ihre Essenz genommen, nämlich der Tod“. Das Urteil wird von Tierschützern scharf kritisiert. Die Vorsitzende der Tierschutzpartei PACMA, Silvia Barquero, sagte, die einzige Lösung sei ein „totales Stierkampfverbot in ganz Spanien“. Obwohl Stierkampf in Spanien zunehmend umstrittener wird und vor allem unter den Jüngeren immer mehr an Attraktivität verliert, hatte das Verfassungsgericht schon im Herbst 2016 klargemacht, dass die spanischen Regionen die sogenannten „Corridas“ auch nicht völlig verbieten dürfen. Damals war ein in Katalonien seit 2010 geltendes Stierkampfverbot gekippt worden.