Ukraine-Krieg „Inakzeptabler Exzess“: Neu-Russe Depardieu bricht mit Förderer Putin
Wladimir Putin höchstpersönlich hat dafür gesorgt, dass er im Januar 2013 einen russischen Pass erhielt. Über Russland äußerte er sich auch immer wieder positiv, nannte das Land gar eine „große Demokratie“. Doch jetzt hat Schauspieler Gérard Depardieu mit seinem Förderer gebrochen. Nur gut, dass er einst auch sagte: „Ich besitze einen russischen Pass, aber ich bin Franzose.“
Die alte Staatsbürgerschaft könnte den 73-Jährigen davor schützen, dass er im Gefängnis landet, weil er den Ukraine-Krieg als das bezeichnete, was dieser ist: ein „verrückter und inakzeptabler Exzess“ des russischen Präsidenten. Schließlich ist es in Russland unter Strafe verboten, mit Blick auf die Ukraine von „Krieg“ oder „Invasion“ zu sprechen.
Von Dostojewski und Tolstoi
Er sei dem „russischen Volk schon immer auf einzigartige Weise zugeneigt“ gewesen, so Depardieu – und verwies auf die großen russischen Schriftsteller und Komponisten Dostojewski, Tolstoi, Gogol, Prokofjew und Schostakowitsch. Doch den Erlös von drei Auftritten in Paris als Sänger an den ersten drei Tagen im April werde er den „ukrainischen Opfern“ der russischen Aggression zugute kommen lassen.
Der Kreml freilich ist nicht angetan vom Liebesentzug des Neu-Russen. Depardieu scheine die Situation nicht völlig zu begreifen, erklärte Kremlsprecher Dimitri Peskow in Moskau. Man sei aber bereit, den Schauspieler „aufzuklären“. Vermutlich mit der altbekannten Lüge über drogensüchtige Neonazis in Kiew.