Panorama RHEINPFALZ Plus Artikel Griechische Taxifahrer rebellieren gegen Kartenzahlungen

Lesegerät kaputt, Karte gesperrt, Mobilfunkverbindung fehlt: Griechische Taxifahrer finden viele Gründe, warum Kartenzahlung nic
Lesegerät kaputt, Karte gesperrt, Mobilfunkverbindung fehlt: Griechische Taxifahrer finden viele Gründe, warum Kartenzahlung nicht geht.

Eigentlich sind die Taxifahrer in Griechenland schon seit dem 1. April verpflichtet, Kredit- und Bankkarten anzunehmen. Aber die meisten bestehen auf Barzahlung. An Ausreden fehlt es nicht: Mal ist das Kartenlesegerät gerade kaputt, mal funktioniert die Mobilfunkverbindung nicht, mal ist die Karte angeblich gesperrt. Wer versucht, in einem griechischen Taxi bargeldlos zu bezahlen, hat meist Pech. Der Fahrer will Bargeld.

Mit der Pflicht, Kartenzahlungen zu akzeptieren, will Finanzminister Kostis Hatzidakis die Steuerhinterziehung bekämpfen. Sie grassiert insbesondere im Taxigewerbe. Die griechischen Taxifahrer haben im vergangenen Jahr dem Fiskus Monatseinkünfte von durchschnittlich nur 545 Euro gemeldet.

Die Steuerbehörde AADE will die Taxiunternehmer jetzt verpflichten, an den hinteren Seitenscheiben ihrer Autos Aufkleber anzubringen. Gut sichtbar für den Fahrgast soll dort in Griechisch und Englisch stehen, dass der Fahrer verpflichtet ist, eine Quittung auszustellen und Kartenzahlungen entgegenzunehmen.

Eigentlich sollten die Folien mit den Hinweisen längst aufgeklebt sein. Aber die Taxifahrer weigern sich, die von der Steuerbehörde entworfenen und produzierten Aufkleber entgegenzunehmen. Ein Argument lautet: Die 25 mal 15 Zentimeter messenden Folien seien zu groß. Das gefährde die Sicherheit, weil sie dem Fahrer die Sicht nach hinten nehmen. Ein weiterer Einwand lautet, die Aufkleber beeinträchtigten den Blick der Fahrgäste auf Sehenswürdigkeiten wie die Akropolis oder die Schöne Landschaft.

In Wirklichkeit dürfte es den Taxifahrern darum gehen, dass vor allem Touristen möglichst nichts von der Möglichkeit der Kartenzahlung erfahren. Es gibt viele schwarze Schafe in der Branche. Vor allem am Hafen von Piräus und am Athener Flughafen lauern sie auf Ausländer. Manche kutschieren die ortsunkundigen Fahrgäste auf riesigen Umwegen zu ihrem Ziel, andere manipulieren den Taxameter.

Jetzt hat die Steuerbehörde den Taxibesitzern eine letzte Frist gesetzt: In drei Wochen müssen die Aufkleber angebracht sein. Dann beginnt die Polizei mit Kontrollen. Fehlt die Folie, gibt es ein Bußgeld von 1000 Euro. Um Druck zu machen, hat der Fiskus jetzt außerdem gegen 2360 Taxibesitzer in Athen, Thessaloniki, Patras, Heraklion, Ioannina. Rhodos, Chios und Korfu Steuerprüfungen eingeleitet.

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