Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Schüler und Lehrer brauchen Entlastung

Schüler brauchen nach Corona noch mehr Aufmerksamkeit.
Schüler brauchen nach Corona noch mehr Aufmerksamkeit.

Die Probleme in den Schulen sind nach zwei Jahren Corona gewaltig. Eine Lösung liegt auf der Hand: mehr Personal!

Kaum eine Bevölkerungsgruppe hat die Pandemie so schwer getroffen wie Kinder und Jugendliche. Zu den schon lange bekannten Problemen im Schulsystem kommen die Auswirkungen von zwei Jahren Corona hinzu. Kinder starten mit Entwicklungsproblemen in der Grundschule – müssen mitunter einfachste soziale und motorische Kompetenzen neu lernen. Immer mehr Heranwachsende kämpfen mit Stress und Depressionen. Doch Zeit für die Bewältigung dieser Probleme bleibt an den Schulen selten, denn die Lehrkräfte sind personell am Anschlag.

Mit ihrer Petition machen Lehrerverbände sowie Eltern- und Schülervertreter nun auf den Bildungsnotstand in Rheinland-Pfalz aufmerksam. Sie fordern zwei Milliarden Euro zusätzlich für den Bildungsetat sowie 7000 neue Lehrer. Das Bildungsministerium versucht zu relativieren: Die Forderung sei unrealistisch, weil nicht bezahlbar. Vermutlich wären alle schon zufrieden, wenn nur ein Teil der Forderungen erfüllt würde.

Die Schulen in Rheinland-Pfalz brauchen so schnell wie möglich personelle Unterstützung, um die sozialen Folgen der Pandemie abzufedern. Dringend benötigt: Sozialarbeiter und Sonderpädagogen, die sich abseits der Lehrinhalte mit den Sorgen und Nöten der Schüler beschäftigen. Außerdem müssen die Lehrkräfte durch neue Kollegen entlastet werden. Sie haben in den vergangenen Jahren viele Lasten geschultert und brauchen unbedingt Luft zum Atmen. Das Land muss mehr Personal einstellen und darf sich nicht hinter seinen Statistiken verstecken. Immer weniger junge Menschen studieren auf Lehramt und in anderen Bundesländern locken bessere Arbeitsbedingungen: Rheinland-Pfalz muss sich besser aufstellen, wenn es in den kommenden Jahren gegen den Lehrermangel ankämpfen will.

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