Zweibrücken Zweibrücker Tempo schmeckt Homburgern nicht
«ZWEIBRÜCKEN.» Zwei Punkte und ein verletzter Spieler – das ist die Zweibrücker Bilanz des Saar-Pfalz-Derbys in der Handball-Oberliga zwischen dem SV 64 Zweibrücken und dem TV Homburg. Zwar siegte der SV am Samstag mit 29:22, doch Kreisläufer Kian Schwarzer kugelte sich die Schulter aus.
Es erwischte Schwarzer in der 20. Minute. Beim Stand von 9:6 für die Zweibrücker kam er in die Partie und sollte etwas mehr Dynamik ins Angriffsspiel bringen. Beim ersten Ballkontakt am Kreis wurde er von Homburgs Roman Kolepp geklammert und zu Boden gerissen. Dabei kugelte sich Schwarzer die Schulter aus, die Teamarzt Jürgen Knoch noch auf dem Feld richtete. Wie groß der Schaden in der Schulter ist, wird untersucht. Ansonsten konnte sich Zweibrücken über zwei verdiente Punkte freuen. „Es war kein Spiel für Handball-Ästheten“, bilanzierte SV-Trainer Stefan Bullacher die 60 Spielminuten. Die Februarsonne schien bei einigen Spielern Frühjahrsmüdigkeit ausgelöst zu haben. Zu selten gewann die SV-Abwehr Bälle. Gab es Ballgewinne, wurde nicht immer schnell genug auf Angriff umgeschaltet oder Chancen wurden leichtfertig vergeben. Bestes Beispiel war eine Szene in der 26. Minute. Philipp Hammann gewann den Ball und schaltete um auf Angriff. Dabei kam er ins Straucheln und spielte einen ungenauen Pass auf Tim Schaller, der beim Versuch, den Ball aufzunehmen, gleichfalls ins Stolpern kam. Dennoch schaufelte er den Ball weiter zu Benny Zellmer, den es angesichts des schludrig zugespielten Balls nicht auf den Beinen hielt. Im Fallen kegelte er den Ball am Homburger Torwart vorbei, der am Innenpfosten landete und heraussprang. Es gab auch andere Szenen, in denen deutlich wurde, dass Tempospiel den Homburgern nicht schmeckte. Vor allem Philipp Hammann zündete mehrfach den Turbo und schloss Tempogegenstöße kompromisslos sicher ab. Weil das nur phasenweise so war, kam Homburg im ersten Abschnitt auf 9:10 heran. Danach drehten die Zweibrücker an der Temposchraube und schüttelten die abstiegsbedrohten Homburger ab. Zwei Ex-Zweibrücker drückten dem Homburger Spiel ihren Stempel auf und markierten 19 der 22 Homburger Treffer. Allen voran Alexey Wetz, der kurz vor Weihnachten von der VT Zweibrücken-Saarpfalz nach Homburg gewechselt war. Fiel Homburg sonst nichts ein, sprang Wetz hoch und hämmerte den Ball ins Netz: elf Mal. Auch den Ex-SV-A-Junioren Robin von Lauppert bekam die Zweibrücker Abwehr nicht immer in den Griff. Homburgs Trainer Jörg Ecker bemängelte, dass in entscheidenden Situationen zu einfach viele Bälle liegen gelassen wurden. So spielten sie SV 64 Zweibrücken: Berz, Santarini (23. - 52.) – Bayer (6), Schaller (2), Huber (4) – Hammann (6), Benny Zellmer (3/2) – Grieser (1) – Majbik (2), Schwarzer, Thomas Zellmer (2), Dobrani, Wöschler (3). TV Homburg: Loschky – Glück (1), Wetz (11), von Lauppert (8/2) – Daume (1), Michael Mathieu – Durmishi (1) – Sebastian Mathieu, Kolepp, Klein. Spielfilm: 8:4 (15.), 10:6 (20.), 10:9 (24.), 14:11 (Halbzeit), 19:13 (41.), 23:18 (50.), 29:22 (Ende) - Zeitstrafen: 2:1 - Siebenmeter: 3/2:3/2 - Beste Spieler: Hammann - Wetz - Zuschauer: 330- Schiedsrichter: Wolf/Parlak (Mainz-Bretzenheim).