Handball Zweibrücker SV-Herren entführen zwei Punkte aus Offenbacher „Hölle Süd“
SV 64-Trainer Steffen Bullacher war nach Spielende spürbar erleichtert: „Wir wussten im Vorfeld, dass es sehr schwierig ist, in Offenbach zu gewinnen. Ich habe ein Spiel zweier Spitzenteams auf Augenhöhe gesehen, dass wir mit etwas mehr Glück gewonnen haben. Die Offenbacher Fehler haben uns am Ende in die Karten gespielt.“
Beide Teams spulten zu Beginn ihr Angriffsprogramm recht routiniert und immer wieder schnell ab. Die Abwehrreihen hatten nicht sonderlich viel zu melden. Offenbach wurde von den lautstarken Fans gepusht. Zweibrücken hielt dagegen und feierte jeden Treffer energiegeladen, insbesondere mit den Auswechselspielern. Es deutete sich ein Spiel auf Augenhöhe an. Die Fans beider Seiten – es waren 300 Zuschauer in der Halle – wurden für ihr Kommen belohnt. Ohne Taktikgeplänkel oder Abtasten schenkten sich beide Mannschaften bis zum 8:8 nichts, danach lagen die Gäste erstmals mit zwei Toren in Führung. Doch die Stimmung in der „Hölle Süd“ brachte das Heimteam wieder zurück zur 15:14-Halbzeitführung.
Zweibrücker bewahren am Ende kühlen Kopf
Nach der Pause agierten beide Teams in der Defensive aggressiver und enger am Gegenspieler. Offenbach musste immer häufiger aus dem Rückraum werfen, während die Gäste auch mal ihren Kreisläufer oder die Außenspieler in Szene setzten. 15 Minuten vor dem Ende wuchs auf beiden Seiten die Anspannung spürbar, egal ob auf dem Feld oder auf der Bank. Die Fehler auf beiden Seiten nahmen zu.
Zwischen der 51. und 52. Minute schien dann die Zeit von TVO-Akteur Nico Bader gekommen zu sein. Mit schnellen und spektakulären Toren warf er den TVO mit 27:24 in Führung. Das Pendel schien zugunsten der Offenbacher auszuschlagen, Bader hätte zum Matchwinner avancieren können. Vielleicht waren sich die Gastgeber da aber schon zu sicher. Jedenfalls konnten sie nicht mehr viel nachlegen. Zweibrücken steckte nicht auf, agierte nervenstark und vor allem nicht so hektisch wie der TVO. Nach einer 6:1-Serie durch Tore von Jan-Ole Schimmel, Tom Grieser, Niklas Bayer, Philipp Kockler (2) und Adam Soos war der viel umjubelte Auswärtssieg unter Dach und Fach.
Offenbachs Trainer Holger Schwaab haderte teilweise mit dem sonst gut agierenden Schiedsrichtergespann: „Beide Teams haben den Zuschauern ein tolles Spiel geboten. Wir waren in der Schlussphase etwas zu hektisch im Spielaufbau und im Abschluss. Ich hatte aber auch den Eindruck, dass zu schnell Zeitspiel gegen uns angezeigt wurde.“