Handball
Zweibrücker SV 64-Frauen landen gegen Köllertal ersten Saisonerfolg zu Hause
Sie wurden noch greifbarer, als SV-Torhüterin Annalena Zahm danach einen Wurf von der linken Außenseite abwehrte und Köllertals lang aufgeschossene Rückraumspielerin Nathalie Wagner den Ball nur an den Innenpfosten warf. Es blieb beim 29:26 (16:12)-Erfolg für die Zweibrückerinnen. Bei denen gab es nach Spielende am frühen Sonntagabend kein Halten mehr. Endlich ein tanzender Siegerkreis in der Westpfalzhalle, und als „Kirsche auf der Torte“ der laut bejubelte „Derbysieg“.
Die Zweibrückerinnen starteten gut. Doppelpack Rebecca Knoll, die gegen ihre Ex-Teamkolleginnen prima spielte. Ballgewinn der SV-Abwehr, weiter Pass auf Lea Luga, und die pfeilschnelle Linksaußen schaltete den Turbo ein, vollendete die Vorlage zur umjubelten 3:0-Führung. Endlich mal kein Rückstand, dem die Zweibrückerinnen nachlaufen mussten.
Ballgewinne gut in Gegenstoßtore umgewandelt
Bei Köllertal kam nun Yulia Kucerova und hatte Anteil daran, dass die Handballfreundinnen auf 4:5 herankamen. Aber ein Gegenstoß von Luga, dem ein Gegenstoß von Hilz folgte, bescherte den Zweibrückerinnen wieder einen Drei-Tore-Vorsprung. „Wir wussten ja, was Köllertal macht, und hatten uns vorgenommen, die Ballgewinne in Gegenstöße umzusetzen“, sagte ein überglücklicher SV-Trainer Rüdiger Lydorf. Das klappte.
Vor allem bei Lea Luga. „Ja, das Spiel kam mir sehr entgegen“, sagte die 18-Jährige lachend. Gegenstöße sind eine Spezialität der Homburgerin, die aber auch von der linken Außenbahn klasse abschloss. Das schnelle Umschaltspiel „war in den vergangenen Wochen schon öfter zu sehen, und heute hat es insgesamt gereicht“, freute sich Luga, die unter anderem von SV-Torfrau Zahm als sichere Passempfängerin im schnellen Umschaltspiel gesucht wird.
Zweibrückerinnen marschieren stets vorneweg
Gestützt auf Zahm, die Köllertal einige freie Würfe wegnahm, warf sich Zweibrücken beim 12:6 durch Luga sogar einen Sechs-Tore-Vorsprung raus. Aber Kucerova, die die SV-Defensive in dieser Phase nicht in den Griff bekam, dirigierte gut und warf ihr Team auf 11:13 heran. Lydorf beorderte Luga an Kucerocvas Seite, ließ die Slowenin bis zum Halbzeitpfiff eng decken. Erfolgreich: Der Köllertaler Spielfluss geriet wieder ins Stocken, und Zweibrücken baute durch Tore von Lea Bullacher und zwei Treffer von Janine Baus den Vorsprung bis zur Halbzeit auf vier Tore aus.
Es blieb aber ein Wechselbad der Gefühle. Noch mal Zittern, als Wagner auf 23:24 (49.) verkürzte. Aber Bullacher vom Kreis machte mit dem Treffer zum 25:23 deutlich, dass die SV-Frauen kein Köllertaler Momentum zulassen wollten. Im Gegenzug vergab Kucerova einen Strafwurf, und wieder war es Bullacher, dieses Mal von der linken Seite, die zum 26:23 traf. Die Siegeshoffnung stieg, als Katrin Hoffmann sich im Eins-gegen-eins durchsetzte und zum 27:23 einwarf. Beide Treffer in Unterzahl, Knoll saß auf der Strafbank.
Köllertal nahm eine Auszeit und danach Baus und Knoll in enge Deckung. „Enger, enger“, forderte HF-Trainer Markus König, den beiden Zweibrücker Rückraumspielerinn keinen Zentimeter Platz zu lassen. Den brauchten sie auch nicht, weil erneut Bullacher traf: 28:23. Köllertal verkürzte noch mal, aber die Gastgeberinnen sicherten sich mit Hilz’ Treffer den verdienten Erfolg.
So spielten sie
SV 64 Zweibrücken: Zahm, Joelle Wagner (n.e.) - Baus (8/1), Hoffmann (1), Knoll (4) - Schlicker (3), Luga (6) - Bullacher (5) – Hilz (2), Hanna Müller, Jänicke, Hartfelder
HF Köllertal: Nätzer, Müller - Nathalie Wagner (5), Otto, Martin (4) - Spallek (3), Schumacher (3) - Krebs (2) – Kucerova (8/3), Bossmann, Sehn (1)
Spielfilm: 3:0 (4.), 4:3 (8.), 10:4 (18.), 13:7 (22.), 13:11 (27.), 16:12 (Halbzeit), 22:26 (38.), 24:23 (50.), 27:23 (54.), 28:26 (58.), 29:26 (Ende) - Zeitstrafen: 4:1 - Siebenmeter: 1/1 - 4/3 - Beste Spielerinnen: Luga, Bullacher, Knoll - Kucerova, Martin - Zuschauer: 80 - Schiedsrichter: Bauer/Schwarz (Mainz-Bretzenheim).