Zweibrücken Zweibrücker Möbelspedition Köhler sucht einen Käufer

Mithilfe eines mobilen Lifts bergen Björn Ambos (Foto) und die Möbelspedition Köhler das Mobiliar aus einer Wohnung im dritten S
Mithilfe eines mobilen Lifts bergen Björn Ambos (Foto) und die Möbelspedition Köhler das Mobiliar aus einer Wohnung im dritten Stock in der Hofenfelsstraße.

Die Möbelspedition Köhler sucht einen Käufer. Wirtschaftlich auf Vordermann gebracht hat sie ein Mann, der eigentlich in einer ganz anderen Branche tätig ist.

„Im Moment führe ich zwei Firmen“, sagt Björn Ambos, der Geschäftsführer des Zweibrücker Unternehmens Paletten-Ambos in der Greenwichstraße. „So können wir das aber auf die Dauer nicht lassen.“ Bei der zweiten Firma, deren Geschicke aktuell von Björn Ambos geleitet werden, handelt es sich um die traditionsreiche Internationale Möbelspedition Köhler.

„Wenn sich bis zum 31. Dezember 2025 kein Käufer findet, werden wir die Spedition zumachen müssen“, hofft der Geschäftsführer, dass die gut 65-jährige Historie der Firma Köhler über das Jahresende hinaus doch noch fortgeschrieben werden kann.

Nach Corona die Spedition übernommen

Ambos fungiert als Liquidator der Möbelspedition, die er vor zwei Jahren gekauft hat. Damals, so berichtet er, habe das Zweibrücker Unternehmen unter den wirtschaftlichen Nachwehen der Corona-Pandemie zu leiden gehabt; die Insolvenz drohte. „In der Folgezeit habe ich die Firma Köhler wieder in den grünen Bereich gebracht; heute ist sie schuldenfrei und steht finanziell im Plus.“

Inzwischen muss sich der Betrieb aber mit dem Problem Personalmangel herumschlagen – wie so viele andere Unternehmen in Deutschland auch. „Zuletzt sind viele bewährte Mitarbeiter in Rente gegangen oder mussten krankheitsbedingt ausscheiden“, bedauert Ambos, „dass keine jungen Kräfte mehr nachkommen“. Dabei sei die Internationale Möbelspedition Köhler wirtschaftlich kerngesund und bediene zuverlässig ihre Aufträge. „Das wird inzwischen aber von Mitarbeitern erledigt, die schon das Rentenalter erreicht haben.“

Sie kennen sich seit Sandkasten-Zeiten

Hier kann der Chef auf langjährige Helfer zählen, die im freiwilligen Einsatz den Laden am Laufen halten. Die Männer sind weiterhin mit dem Köhler-Fuhrpark unterwegs, der aktuell einen 7,5- und einen 3,5-Tonner-Lkw sowie einen mobilen Lift umfasst. „Der Lift ist unser Schmankerl, mit dem wir bei der Kundschaft punkten.“

Dass der Paletten-Spezialist vor zwei Jahren die Umzugsfirma übernommen hat, hängt damit zusammen, dass Björn Ambos und Alexandra Köhler, die Enkelin der Firmengründer Hubert und Elfriede Köhler, sich schon seit Kinderzeiten kennen. „Wir hatten schon im Sandkasten miteinander gespielt. Nach Corona habe ich dann zugesagt, das Unternehmen zu erwerben und wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen.“

Schon mit Palettenfirma alle Hände voll zu tun

Dieses Ziel hat Björn Ambos erreicht. Doch nun strebt er den Verkauf des Betriebs an, denn letztlich habe er mit seiner Palettenfirma ja ohnehin schon alle Hände voll zu tun. „Dort muss ich ebenfalls gucken, wo ich heute noch genügend Fahrer herbekomme.“

Aber vielleicht erfreut sich die Internationale Möbelspedition Köhler in absehbarer Zeit wider Erwarten ja doch wieder eines hinreichenden Personalzuwachses? Für diesen Fall mag Björn Ambos auf Nachfrage nicht ausschließen, dass er womöglich doch noch über den Jahreswechsel hinaus an der Spitze des Unternehmens verbleibt.

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