Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücken: Tadano-Chef trägt sich ins Goldene Buch der Stadt ein

Als Willkommensgeste durfte sich Tadano-Chef Koichi Tadano gestern ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Von links nach rechts T
Als Willkommensgeste durfte sich Tadano-Chef Koichi Tadano gestern ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Von links nach rechts Tadano-Vizepräsident Tadeshi Suzuki, OB Marold Wosnitza, Koichi Tadano, der neue Standortverantwortliche Jens Ennen und Beigeordneter Henno Pirmann.

Seit gestern, null Uhr, gehören die Demag-Kranwerke zur japanischen Tadano-Gruppe. Tadano-Chef Koichi Tadano stellte Oberbürgermeister Marold Wosnitza mit Jens Ennen (53) persönlich den neuen Standort-Verantwortlichen vor. Anschließend wurde mit den jetzt 1700 Mitarbeitern gefeiert. Positive Nachrichten machten die Runde.

Zwar waren Tadano und jetzt Vor-Besitzer Terex bis Mitternacht, Mittwoch auf Donnerstag, Konkurrenten auf einem umkämpften Weltmarkt. Aber der Ende Februar angekündigte Verkauf der Werke plus dazugehöriger Vertriebsgesellschaften und weiterer Unternehmensbestandteile musste ja im laufenden Betrieb organisiert sein. Erstes Ergebnis: Der jüngere Bauteil des historischen Verwaltungsgebäudes an der Dinglerstraße wird wieder genutzt. Mitarbeiter, die im Vertrieb, Finanzwesen und der Organisation in Schaffhausen, in den Niederlanden oder auch Irland für Terex arbeiteten, haben dort Platz gefunden. Auch der neue Standortverantwortliche Jens Ennen, der Geschäftsführende Vorstandsvorsitzende (CEO) der künftigen Tadano Demag GmbH, Sitz Zweibrücken, hat sein Büro dort. Mit der Rückkehr ausgelagerter Abteilungen ist die Beschäftigtenzahl von rund 1600 auf 1700 gestiegen. Eine Nachricht, die bei Oberbürgermeister Marold Wosnitza gestern freudigen Widerhall fand. „Es ist ein sehr gutes Zeichen, wenn Tadano sich so einführt, quasi den Geburtsort der Dingler-Werke wiederbelebt. Ein Ort im Herzen der Stadt. Der erste persönliche Kontakt mit Koichi Tadano war ein ausgesprochen sympathischer. Ich freue mich auf weitere“, sagte der Oberbürgermeister nach dem Empfang im Herzogsaal.

Künftig enge Zusammenarbeit mit Lauf

Vorm Eintrag ins Goldene Buch der Stadt hatte Koichi Tadano von einer großen Zukunft gesprochen, die sein Unternehmen durch den Kauf der Demag-Werke gewinne. Und das Ziel betont, langfristig weltweit die Nummer eins im Krangeschäft zu werden. „Wir wollen gemeinsam mit ihnen arbeiten und wachsen“, sagte Koichi Tadano. Natürlich wolle man Gewinne und Rendite erwirtschaften. Die Stadt werde davon über gute Steuerzahlungen profitieren. „Und das wollen wir“, sagte Tadano und erntete mit der Bemerkung die Begeisterung Wosnitzas und dessen Beigeordneten Henno Pirmann. Er denke über die Anschaffung eines Kleinstflugzeuges nach, das zwischen dem anderen deutschen Tadano-Werk, dem Faun-Werk im bayrischen Lauf, und Zweibrücken pendeln könnte, sagte der Tadano-Chef. Denn um mit dem Auto die 400-Kilometer-Strecke zu fahren, brauche man fast einen Tag. Ein Hinweis darauf, dass die beiden deutschen Werke für Mobilkrane in Zukunft intensiv zusammenarbeiten werden, aber allein schon durch die Distanz weitgehend eigenverantwortlich geführt werden.

Neuer Standort-Chef zieht nach Ixheim

Bindeglied wird Jens Ennen. Der 53 Jahre alte Maschinenbau-Ingenieur, seit 28 Jahren unter anderem als Konstrukteur und Entwicklungschef in der Kranbranche tätig, wird sein erst im April angetretenes Amt als Vizepräsident der Tadano Faun GmbH in Lauf behalten. Als Vorstand der von der Terex Cranes Germany GmbH zur künftigen Tadano Demag GmbH umfirmierenden Zweibrücker Firma wird er aber das Tagesgeschäft in Zweibrücken managen. Der gebürtige Ostfriese hat eine Wohnung in Ixheim bezogen. „Wir haben gut gefüllte Auftragsbücher. Das heißt, es kann im laufenden Geschäft gar keine schnellen, großen Veränderungen geben. Sie werden kommen, aber dafür lassen wir uns Zeit“, sagte Ennen. Fragen danach, ob der von Terex erst 2018 aus Bierbach in die Niederlande verlagerte Ersatzteileversand nach Zweibrücken zurückkehren wird oder zu weiteren Ausbauplänen ließ Ennen unbeantwortet. Wichtig war ihm zu betonen, „dass Tadano nicht hektisch agiert und eine gute Kultur der Kommunikation hat“ – ein Seitenhieb auf Zweibrücker Erfahrungen aus der Ära Terex.

Klar ist, dass Tadano Synergien aus der Zusammenarbeit seiner Kranwerke nutzen will. Und in sieben, acht Jahren auch Entscheidungen zu fällen sind, wo welche Krantypen am besten zu bauen sind. Zweibrücken hat bei künftigen Standortfragen gute Karten. Besondere Fähigkeiten sind nur hier gebündelt. Das betonte auch Koichi Tadano: „Wir wollen gemeinsam wachsen und uns nützlich sein.“

Jens Ennen, Vorstandsvorsitzender der Tadano Demag GmbH  Foto: Tadano Demag GmbH
Jens Ennen, Vorstandsvorsitzender der Tadano Demag GmbH
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