Zweibrücken
Zweibrücken: Razzia gegen mutmaßliche Schleuser
Die Bundespolizei ist gestern in mehreren Städten gegen mutmaßliche Schleuser vorgegangen. In der Zweibrücker Fußgängerzone wurde ein Nagelstudio durchsucht. Dort wurde einer von zwei Hauptverdächtigen angetroffen. Er und weitere Beschuldigte stehen im Verdacht, Vietnamesen nach Deutschland geschleust und mit gefälschten Dokumenten in Nagelstudios beschäftigt zu haben.
Mit fünf Fahrzeugen war die Polizei gestern Morgen in der Zweibrücker Innenstadt präsent: Ein Wagen stand nahe der Post in der Rosengartenstraße, die übrigen Fahrzeuge wurden auf dem Hallplatz und in der Nähe des Einsatzortes abgestellt. Dort wo normalerweise Nägel gefeilt und lackiert werden, wurde nun das Büro durchsucht, es wurden Beweise gesammelt und Personen befragt. Mehrere Beamte versperrten zudem den Eingang zum Nagelstudio.
Einem Sprecher zufolge rückten die Ermittler gestern Morgen gegen 6 Uhr zeitgleich in mehreren Städten aus. Im Auftrag der Staatsanwaltschaften Saarbrücken, Zweibrücken und Kaiserslautern durchsuchten 104 Beamte zeitgleich 16 Wohnungen und Geschäftsräume von sieben Beschuldigten in Zweibrücken, Kaiserslautern, Pirmasens, Neustadt und Saarbrücken.
Mit gefälschten Dokumenten in Nagelstudio beschäftigt
Seit November 2018 läuft dem Bundespolizei-Sprecher zufolge das Ermittlungsverfahren in diesem Fall. Dieses richtet sich einer Mitteilung der Bundespolizei zufolge hauptsächlich gegen einen 49 Jahre alten Vietnamesen und einen 36-Jährigen, der angeblich im Besitz der bulgarischen Staatsangehörigkeit ist. Das Duo soll, zusammen mit weiteren Beschuldigten, deren Identität größtenteils unbekannt sei, vietnamesische Staatsangehörige nach Deutschland geschleust und sie mit gefälschten bulgarischen Dokumenten ausgestattet in Nagelstudios beschäftigt haben.
Hauptverdächtiger hat Zweitwohnsitz in Zweibrücken
„Bei der Durchsuchung in Zweibrücken wurden zwei Personen angetroffen, darunter der 36 Jahre alte Hauptverdächtige“, sagte der Sprecher auf Nachfrage. Er sei zur Dienststelle gebracht und dort erkennungsdienstlich erfasst worden. Das heißt: Unter anderem wurden Fingerabdrücke genommen, und der Verdächtige fotografiert. Das Duo der Hauptverdächtigen lebt nach Informationen der RHEINPFALZ in Kaiserslautern, der 36-Jährige hat zudem einen Zweitwohnsitz in Zweibrücken angemeldet. Bei der zweiten Person im Nagelstudio habe es sich um eine Angestellte gehandelt. Ihr wird vorgeworfen, sich illegal in Deutschland aufzuhalten.
18 Personen sollen sich unerlaubt in Deutschland aufhalten
Als die Beamten gegen 13 Uhr wieder abzogen, hatten sie „umfangreiches Beweismaterial“ im Gepäck. Worum es sich dabei handelt, wollte der Bundespolizei-Sprecher nicht sagen. Allgemein würden bei solchen Durchsuchungen aber unter anderem Dokumente, Gelder, technische Geräte, mit denen falsche Ausweise hergestellt werden können, Telefone, PCs beschlagnahmt und in den weiteren Ermittlungen ausgewertet. Neben der Angestellten in Zweibrücken wurden Ermittlungsverfahren gegen 17 weitere eingeschleuste Personen ein eingeleitet. Auch ihnen wird vorgeworfen, sich unerlaubt in Deutschland aufzuhalten.