Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücken: Entspanntes Picknick im Park mit irischer Musik von den Fenians

Die Fenians sind, das merkt man schnell, Experten in Sachen Stimmung. Foto: Laborenz
Die Fenians sind, das merkt man schnell, Experten in Sachen Stimmung.

Bilder, Klänge und Eindrücke wie in einem irischen Pub waren das am Sonntagmittag. Das dritte Picknick im Park wurde nämlich von der Celtic-Folkloreband The Fenians bestritten. Außergewöhnlich waren sowohl die Stimmen der fünfköpfigen Musikgruppe als auch das Arrangement. Denn dass eine Geige rockig klingen kann, stellten sie eindrucksvoll unter Beweis.

Die Fenians sind, das merkt man schnell, Experten in Sachen Stimmung – irischer Art. Hauptsänger Michael Germann singt viele Lieder an, und dann stimmen seine vier Bandkollegen mit ein. Und das nicht irgendwie: Chorähnlich, mitreißend und von einer wahnsinnigen Klangfülle sind die Refrains von Liedern wie „Molly Malone“ oder „Star of the County Down“. Der besungene Stern im letzten Lied ist ein „bildschönes Mädchen, das in Irland lebte“, erklärt Michael Germann augenzwinkernd. Auch in Galway, einer Hafenstadt an der irischen Westküste, gibt es, zumindest dem Lied „Galway Girl“ nach, schöne Mädels. „Ich war da, es stimmt – aber die Stadt ist auch für Mädchen interessant, scheene Bube gibt’s da auch, ich will jetzt net sexistisch sein“, meint der Homburger lachend.

Die Iren sind Experten darin, aus jedem Thema ein lustiges, locker-leichtes Lied zu machen. Und genau dieses Gefühl der Schwerelosigkeit und der Entspannung bringt die Homburger Band exzellent rüber. Da kann man auch schon mal die Augen zumachen und der herrlich getragenen, manchmal wilden und schnellen Musik lauschen.

So facettenreich wie die Liedauswahl sind auch die Musiker, die allesamt Instrumente spielen und dabei singen. Christiane Seitz wechselt die Instrumente öfter als an diesem Mittag die Wolken ihre Richtung. Mal spielt sie Akkordeon, Cello oder Flöte, und trägt so wesentlich zur Charakteristik der Lieder bei. Auch Rudi Zöllner spielt abwechselnd Akustikgitarre, Banjo und Mandoline. Gabriele de Cuveland und Jürgen Welsch an der Fiedel sorgen für einen vollen Klang.

„Manchmal geht’s bei irischen Liedern um schöne Frauen, um Geschichten und um den Konsum alkoholischer Getränke – zum Beispiel um Grog.“ So ist der Song „All for Me Grog“ stimmungsvoll und macht gute Laune. Aber nicht nur Grog (bestehend aus Rum, Zucker und heißem Wasser), auch Gin wird im Lied getrunken. Beim Refrain, bei dem wieder alle Stimmen chorähnlich verschmelzen, setzen die glorreichen Fünf noch einen drauf. Konträr dazu endet das Lied a-cappella, und die Stimmung des Lieds entlädt sich so langsam. Bleibt nur zu hoffen, dass der Grog zu diesem Zeitpunkt nicht zur Neige ging, als das Lied geschrieben wurde.

Die einigen hundert Zuhörer, die trotz des durchwachsenen Wetters gekommen sind, erleben das musikalisch entspannteste Picknick im Park. Jenseits von Rockcoverbands kann man hier die ruhige, getragene Atmosphäre genießen, die von manchen schnellen, fetzigeren Songs unterbrochen wird. So kann man deutlich hören, wie rockig eine Geige klingen kann – ausgelassen, fetzig und trotzdem mit einem wunderbaren melancholischen Beigeschmack.

Der Facettenreichtum der Musikgruppe, bei der alle Musiker aus Homburg oder Bexbach kommen, ist auch bei den musikalischen Arrangements spür- und hörbar. Bei den „Irish Washer Women“ (einer Gruppe von Hausfrauen) stehen Flöte und Geige im Vordergrund, während andere Lieder von der Akustikgitarre durchdrungen werden.

„Wenn man vor so sympathischen Leuten spielt, fühlt man sich schon fast wie zuhause“, meint Germann – und das zeigen sie auch beim Song „Home Away from Home“, bei dem viele Zuhörer im Refrain mitsingen – der besteht nämlich nur aus diesen Worten. Auch schottische Lieder spielen die Fenians vor allem in der zweiten Hälfte.

Das zweieinhalbstündige Konzert endet mit einer der (inoffiziellen) schottischen Nationalhymnen, „die immer bei Fußball-Länderspielen gespielt wird“. „Flowers of Scotland“ ist ein getragenes Lied und stellt einen guten Abschluss eines außergewöhnlichen Konzerts dar. Das typisch irische Lebensgefühl, auch in Bezug auf Pubs und die Lebensfreude, brachten die Fenians mit Bravour rüber.

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