Zweibrücken
Wie weiter mit Spundwand-Baustelle: Entscheidung am Freitag
Das Gutachten, das unter anderem Aufschluss darüber geben soll, ob es noch Bewegung in den Erdmassen gibt, soll laut Stadtpressesprecher Jens John am Freitag, 25. März, vorliegen. Auf der Grundlage der Messungen wollen die beteiligten Ingenieure, Planer, Vertreter des Bauamts und der ausführenden Firma dann entscheiden, wie weiterhin verfahren wird. Warum die Messungen so lange dauern, konnte John nicht sagen. „Wir hören täglich nach“, machte er klar, dass auch die Stadt dringend auf die Untersuchungsergebnisse wartet.
Dem Bauamt wurden laut John neue Risse auf dem angrenzenden Gelände und an Gebäuden in der Schillerstraße gemeldet, die ebenfalls untersucht werden mussten. Noch sei unklar, ob sie durch weitere Absenkungen des Erdreichs entstanden sind. Was die Mehrkosten für die verzögerten Arbeiten, die Unterbringung von Hausbewohnern in Hotels und alternativen Wohnungen und die Sanierung der Häuser angeht, könne man noch keine Prognose abgeben. Fest stehe, dass es sich hier „um ein großes Problem“ handele.
Spundwand sollte Abrutschen des Ufers verhindern
Ende April 2021 wurde die Baustelle entlang des rückwärtigen Teils der Schillerstraße 1 bis 5 eingerichtet, nach vier Monaten sollten die Arbeiten beendet sein. Nötig geworden waren sie, weil die Spundwand nicht mehr standsicher war und die Gefahr für die angrenzenden Grundstücke und Gebäude bestand, dass die Uferböschung abrutschen könnte. Genau das ist jetzt durch die Arbeiten passiert, die Böschung rutscht, das Erdreich setzt sich, der Untergrund der betroffenen Gebäude wird wackliger. Einige Wohnungen mussten evakuiert werden, ihre Bewohner sind woanders untergebracht. Die Verbliebenen sorgen sich wegen der Schäden an den Häusern.
Bauausschuss soll rechtzeitig informiert werden
Die unendliche Geschichte mit der Spundwand-Baustelle hat auch bereits im Stadtrat für viel Unmut gesorgt. In der Sitzung im November zeigte sich das Gros der Ratsmitglieder erschrocken über die durch eine neue Planung verursachte Kostenexplosion und verärgert über das Vorgehen der Verwaltung. Diese habe den Rat vier Monate lang nicht über die Probleme an der Baustelle informiert, obwohl erste Risse an Gebäuden bereits im Juni gemeldet wurden, lautete der Vorwurf.
Um sich nicht erneut diesem Vorwurf auszusetzen, wolle die Verwaltung über die neuerlichen Probleme und die mutmaßlichen Kosten, die dadurch verursacht werden, diesmal zeitig informieren. Am Dienstag tagt der Bau- und Umweltausschuss, dessen Mitglieder sowie die Öffentlichkeit sollen dann informiert sein.