Zweibrücken / Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Was die Mozartgesellschaft im neuen Jahr bietet

11. Januar: Les Étoiles mit (von links) Vanja Sedlak, Vadym Palii und Sarah Lilian Koper
11. Januar: Les Étoiles mit (von links) Vanja Sedlak, Vadym Palii und Sarah Lilian Koper

Die Mozartgesellschaft startet am 11. Januar in Zweibrücken und am 13. Februar in Pirmasens ins neue Jahr. Im Programm sind spannenden Kombinationen.

Das neue Programm der Mozartgesellschaft Zweibrücken-Pirmasens im ersten Halbjahr 2026 bringt erstmals nur Duos und Trios. „Aber es ist kein Konzept, eher Zufall“, meint Walther Theisohn, der erste Vorsitzende der Mozartgesellschaft Zweibrücken-Pirmasens. Start ins neue Jahr ist am Sonntag, 11. Januar, mit dem Trio Étoiles, das allein schon wegen seiner Besetzung für Aufregung sorgt: Saxofone und Klavier.

Kaum ein Instrument ist klanglich so wandelbar wie das Saxofon und überschreitet mit Leichtigkeit die Grenzen der Genres: Durch die wechselnde Kombination von Sopran-, Alt- und Baritonsaxofon ist das Trio Étoiles (Sterne) klanglich äußerst vielseitig und doch in der Klassik verwurzelt. Der ukrainische Pianist Vadym Palii hat mit den Saxofonisten Sarah Lilian Kober aus Deutschland und Vanja Sedlak aus Serbien Werke der Komponisten Dmitri Schostakowitsch (1906-1975, fünf Stücke), Jean-Baptiste Singelée (1812-1875, ein Originalwerk aus der Anfangszeit des Saxofons für Sopran-, Altsaxofon, und Klavier), die „Porgy and Bess Fantasy“ von George Gershwin sowie Auszüge aus den „Vier Jahreszeiten“ von Astor Piazzolla.

1. März: Amelio Trio mit (von links) Johanna Schubert, Merle Geißler und Philipp Kirchner.
1. März: Amelio Trio mit (von links) Johanna Schubert, Merle Geißler und Philipp Kirchner.

Im September 2025 kam die Debüt-CD „Flux“ des Amelio Trios mit Werken von Beethoven, Brahms, Ursula Mamlok und Charles Ives, das am 1. März nach Zweibrücken kommt. Es wurde nominiert von der Kölner Philharmonie, der Elbphilharmonie Hamburg, dem Barbican Centre London und der Philharmonie du Luxemburg zum „Echo Rising Star“ der Saison 2026/27. Im Vorjahr bekam es den Hans-Gál-Ensemble-Preis 2025 der Villa Musica Rheinland-Pfalz. Alles begann mit der gemeinsamen Teilnahme am Wettbewerb Jugend musiziert 2012. Damals waren Johanna Schubert (Geige), Merle Geißler (Cello) und Philipp Kirchner (Klavier) gerade einmal 13 Jahre alt. In Zweibrücken spielen sie von Joseph Haydn das Klaviertrio Es-Dur, Hob. XV:29, das Klaviertrio von Charles Ives und das Klaviertrio Nr. 1 in B-Dur, op. 99 von Franz Schubert.

18. April: Sebastian Voltz (links) und Max Riefer.
18. April: Sebastian Voltz (links) und Max Riefer.

„Les éclats du son - Duo für neue Musik“ nennt sich das 2002 entstandene Gemeinschaftswerk von zwei Musiklehrern am Zweibrücker Helmholtz-Gymnasium: des Pianisten Sebastian Voltz und des Percussionisten Max Riefer. Die beiden Saarländer gingen dann getrennte Wege – so war Riefer auch in Asien tätig. 2022 belebten sie ihr Duo wieder. Sie wollen Werke des Deutschen Dieter Mack (geboren 1954), des Amerikaners Peter Ivan Edwards (geboren 1973) und der singapurischen Komponistin Joey Tan (geboren 1997) sowie freie Improvisationen spielen.

10. Mai: Jonathan Hartzendorf und Tatiana Kachko.
10. Mai: Jonathan Hartzendorf und Tatiana Kachko.

Nur ein Werk, Franz Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin“, steht auf dem Programm am 1. Mai in Zweibrücken. Es singt der aus Hornbach stammende Tenor Jonathan Hartzendorf, der seit der Saison 2022/23 zum Opernensemble am Landestheater Linz gehört. Er bringt die Pianistin Tatiana Kachko mit, die er 2020 an der Hochschule Franz Liszt in Weimar kennenlernte, wo beide studierten. Hartzendorf studierte dort für seinen Master in Bühnengesang, während Kachko einen Lehrauftrag innehatte. Schon bei ihren ersten gemeinsamen Proben stimmte die Chemie.

Noch nicht terminiert ist das im Herbst in Zweibrücken ausgefallene Konzert „…und doch bin ich hier – Künstlerinnen im Widerstand“ mit der Saarbrücker Sängerin Amei Scheib, Pianistin Marina Kavtaradze, Flötistin Meta Poppelreiter, Rezitatorin Helga Diener und der Malerin Maja Andrack-Sokolova. „Es ist kein Konzert für den Sommer“, meint Theisohn, die Terminfindung mit den fünf Künstlerinnen sei schwierig, notfalls werde das Konzert in der nächsten Spielzeit nachgeholt.

Walther Theisohn
Walther Theisohn

Für die Konzerte arbeitet Theisohn, der Leiter der städtischen Zweibrücker Herzog-Christian-Musikschule, oft mit der Agentur von Christiane Scheda aus Bergisch-Gladbach zusammen, die aus Kusel stammt und eine Schwester in Homburg hat. Sie habe einen reichen Fundus an Interpreten, die nicht nur das klassische Repertoire spielen. Im Schnitt seien die Konzerte im Vorjahr zu 75 bis 80 Prozent ausgelastet gewesen, manche waren auch ausverkauft im Herzogsaal, der 100 Plätz hat. Manchmal seien eine Woche vorm Konzert nur zehn Karten verkauft. „Letztlich weiß ich nicht, warum die Leute zu dem einen Konzert kommen und zu dem anderen nicht.“

Walther Theisohn und Daniel Seel, der Hornbacher Pfarrer, Pianist und Komponist, der zweite Vorsitzende der Mozartgesellschaft, der die Konzerte für Pirmasens organisiert, sprechen sich natürlich ab, was Termine und Interpreten angeht.

13. Februar: Julian Steckel.
13. Februar: Julian Steckel.

In Pirmasens startet die Mozartgesellschaft am 13. Februar mit einem Lokalmatador, dem 1982 in Pirmasens geboren Cellisten Julian Steckel. Er ist seit 2017 Professor für Violoncello an der Münchner Hochschule für Musik und Theater und kommt immer wieder gerne für Konzerte in die Heimat zurück. Diesmal bringt er den Pianisten Boris Kusnezow mit, (1985 in Moskau geboren). Er ist seit 2020 Professor für Klavier-Kammermusik an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig, aber auch Gründer der Akademie Chamber Lab im italienischen Montecastelli, künstlerischer Leiter der Internationalen Musikakademie für Solisten und der Schaumburger Konzerte im Schloss Bückeburg,

Bei ihrem Konzert zu hören sind die Sonate in A-Dur 99 von Alfred Schnittke für Cello und Klavier Nr. 1 und Frédéric Chopins Introduktion und Polonaise brillante op. 3. Der Pirmasenser Musikpädagoge Volker Christ hält mit seinem Musikleistungskurs eine Dreiviertelstunde vor dem Konzert eine Einführung im oberen Foyer der Pirmasenser Festhalle – ebenso wie bei dem nächsten Konzert der Mozartgesellschaft.

12. April: Amélie Chemin und Paolo Pandolfo.
12. April: Amélie Chemin und Paolo Pandolfo.

In der Pirmasenser Alten Post trumpfen am 12. April zwei Musiker auf, die Viola da Gamba spielen: der Italiener Paolo Pandolfo und seine ehemalige Schülerin, die Französin Amélie Chemin. Das Duo spielt Musik des englischen Komponisten Tobias Hume (um 1569-1645), die an höfische Tänze und Maskentheater erinnert, ein Stück von Monsieur de Sainte-Colombe (1640-1700) und ein Arrangement Pandolfos von Johann Sebastian Bachs Solo-Cello Suite Nr. 5 (BWV 1011) für zwei Gamben.

Info

Karten: Abendkasse, ticket-regional.de, Kulturamt Zweibrücken, Forum Alte Post in Pirmasens.

Programmübersicht

Zweibrücken

Trio Étoiles
Saxofone und Klavier
11. Januar, 18 Uhr, Herzogsaal

Amelio Trio
Violine, Cello, Klavier
1. März, 18 Uhr, Herzogsaal

Duo Les éclats du son
Klavier und Percussion
18. April, 18 Uhr, Herzogsaal

„Die schöne Müllerin“
Liederabend mit Klavier
10. Mai, 18 Uhr, Herzogsaal

Pirmasens

Steckel/Kusnezow
Cello und Klavier
13. Februar, 19.30 Uhr, Festhalle

„Les Joyes des Elisées“
Zweimal Viola da Gamba
12. April, 18 Uhr, Forum Alte Post

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